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Samstag, 15. August 2026
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Verena Schäffer: Grüne Fluchtministerin kritisiert Kölner Ausländerbehörde

Medienspektrum

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13. August
FAZ (Politik)

Verena Schäffer: Grüne Fluchtministerin kritisiert Kölner Ausländerbehörde

Verena Schäffer : Grüne Fluchtministerin kritisiert Kölner Ausländerbehörde Die Kölner Ausländerbehörde soll Hilfe bei der Abschiebung ausreisepflichtiger Migranten abgelehnt haben. Nordrhein-Westfalens Fluchtministerin kann das nicht nachvollziehen. Die nordrhein-westfälische Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) kritisiert, dass die Kölner Ausländerbehörde Hilfe zur Abschiebung mehrerer Hundert ausreisepflichtiger Migranten aus Westbalkanstaaten abgelehnt haben soll. Darunter war mindestens ein bereits mehrmals straffällig gewordener 42 Jahre alter Mann. „Warum die kommunale Ausländerbehörde Köln auf die Unterstützung bei der Passersatzpapierbeschaffung für Personen vom Westbalkan verzichtet hat, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Schäffer der Deutschen Presse-Agentur. Duldungen könnten nicht einfach fortgeschrieben werden, sagte Schäffer. „Wenn Duldungsgründe nicht mehr vorliegen, ist die vollziehbare Ausreisepflicht durchzusetzen.“ Die regelmäßige Überprüfung von Duldungsfällen schließe auch die Überprüfung von Bleibeperspektiven von gut integrierten Personen mit ein, die sich an Recht und Gesetz halten und hier in Ausbildung oder Arbeit sind. Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) lässt den Fall derzeit von seiner Rechtsdezernentin durchleuchten. Erste Ergebnisse sollen dem Vernehmen nach am Dienstag vorliegen. Nach bisherigem Kenntnisstand ging das Kölner Ausländeramt Ende 2024 nicht auf das Hilfsangebot der im Auftrag des Landes tätigen Zentralen Ausländerbehörde Coesfeld ein, die eine Liste mit rund 500 Ausreisepflichtigen zusammengestellt hatte. Die Kölner Behörde verwies darauf, dass es sich um schon seit langer Zeit geduldete Personen handele, denen man eine Bleibeperspektive geben wolle. Rund die Hälfte der Personen war im Bleiberechtsprogramm Nach Informationen der F.A.Z. war bei rund der Hälfte der Personen die Duldung jahrelang fortgeschrieben worden, die andere Hälfte hatte sich für das sogenannte Bleiberechtsprogramm qualifiziert. Aus bisher ungeklärten Gründen war auch der 42 Jahre alte Mann in das Programm aufgenommen worden, obwohl er seit Jahren mit Straftaten auffiel. Erst im April wurde er dann nach Informationen der F.A.Z. aus dem Programm ausgeschlossen. Am späten Donnerstagnachmittag berichtete „Focus-Online“, bei mindestens fünf weiteren Personen auf der Coesfelder Liste handle es sich um Kriminelle. Die Westbalkanstaaten gelten als sichere Herkunftsländer. Auch weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Asylanträge von Personen aus diesen Staaten in der Regel im beschleunigten Verfahren abschlägig entscheidet und ihre Herkunftsländer kooperieren, bilden die Westbalkanstaaten einen Schwerpunkt bei der Abschiebung aus Nordrhein-Westfalen.

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13. August
Die Welt (Politik)

Abgelehnte Abschiebehilfe in Köln – jetzt schaltet sich die Flüchtlingsministerin ein

Abgelehnte Abschiebehilfe in Köln – jetzt schaltet sich die Flüchtlingsministerin ein Die Ausländerbehörde Köln soll Hilfe bei der Abschiebung von 500 ausreisepflichtigen Migranten abgelehnt haben. Scharfe Kritik daran kommt nun auch von der NRW-Flüchtlingsministerin Schäffer (Grüne). Die grüne NRW-Flüchtlings- und Integrationsministerin Verena Schäffer kritisiert, dass die Kölner Ausländerbehörde Hilfe zur Abschiebung ausreisepflichtiger Migranten abgelehnt haben soll. „Warum die kommunale Ausländerbehörde Köln auf die Unterstützung bei der Passersatzpapierbeschaffung für Personen vom Westbalkan verzichtet hat, kann ich nicht nachvollziehen“, teilte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Stadt Köln prüft den Fall zurzeit. Nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte die Zentrale Ausländerbehörde im Kreis Coesfeld im Auftrag des NRW-Fluchtministeriums der Kölner Ausländerbehörde im Jahr 2024 angeboten, für rund 500 ausreisepflichtige Personen aus Westbalkanstaaten notwendige EU-Reisedokumente zu beschaffen. Die Stadtverwaltung habe diese Unterstützung zur Vorbereitung von Abschiebungen jedoch abgelehnt. Schäffer betonte: „Duldungen können nicht einfach fortgeschrieben werden. Wenn Duldungsgründe nicht mehr vorliegen, ist die vollziehbare Ausreisepflicht durchzusetzen. Die regelmäßige Überprüfung von Duldungsfällen schließt auch die Überprüfung von Bleibeperspektiven von gut integrierten Personen mit ein, die sich an Recht und Gesetz halten und hier in Ausbildung oder Arbeit sind.“ Blutige Vorfälle in Mülheim an der Ruhr Die Stadt Köln prüft derzeit den Vorwurf, sie habe angebotene Hilfen für die Abschiebung von ausreisepflichtigen Migranten abgelehnt. Am Montag soll es eine planmäßige Sitzung des Hauptausschusses in Köln geben, die AfD hat dafür eine Aktuelle Stunde zu dem Thema beantragt. Inzwischen wird kritisiert, dass die Stadt nicht beziffern kann, wie viele Personen dieser Liste das Land tatsächlich verlassen haben, was laut FDP auf ein „strukturelles Kontroll- und Transparenzproblem“ hindeute. Die Debatte wird dem Bericht zufolge auch brisant, weil bei einem Konflikt zwischen zwei Großfamilien im Kölner Stadtteil Mülheim am vergangenen Montag vier Menschen durch Schüsse und Stiche verletzt wurden. Angehörige einer der beteiligten Familien sollen auf der besagten Liste der ausreisepflichtigen Personen gestanden haben.

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12. August
Die Welt (Politik)

„Handfester Skandal“ – CDU fordert Konsequenzen nach abgelehnten Abschiebungen in Köln

„Handfester Skandal“ – CDU fordert Konsequenzen nach abgelehnten Abschiebungen in Köln Nach Vorwürfen gegen das Kölner Ausländeramt, Abschiebungen behindert zu haben, spricht die CDU von Staatsversagen. Die FDP bringt die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ins Spiel. Nach dem Vorwurf gegen die Stadt Köln, sie habe die Abschiebung von vollziehbar ausreisepflichtigen Migranten hintertrieben, fordert die CDU Konsequenzen. Gregor Golland, der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, sagte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)“: „Es ist ein handfester Skandal, der disziplinar- und beamtenrechtliche Konsequenzen bei der Stadt Köln haben muss.“ Er fügte hinzu: „Statt Kriminelle und Sozialbetrüger mit falscher Toleranz erfolglos integrieren zu wollen, sollten diese allesamt so schnell wie möglich abgeschoben werden.“ Der Kölner Vorgang sei keinem normalen und anständigen Menschen mehr vermittelbar, sagte Golland. „Er ist zudem ein Schlag ins Gesicht aller gut integrierten und rechtschaffenen ausländischen Mitbürger, die für dieses Staatsversagen ebenfalls schon lange kein Verständnis mehr haben.“ Laut Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ hatte die Zentrale Ausländerbehörde im Kreis Coesfeld im Auftrag des NRW-Fluchtministeriums der Kölner Ausländerbehörde im Jahr 2024 angeboten, für rund 500 ausreisepflichtige Personen aus Westbalkanstaaten notwendige EU-Reisedokumente zu beschaffen. Die Westbalkanstaaten gelten als „sichere Herkunftsländer“. Die Stadtverwaltung habe diese Unterstützung zur Vorbereitung von Abschiebungen jedoch abgelehnt. Kritisiert wird auch, dass die Stadt nicht beziffern kann, wie viele Personen dieser Liste das Land tatsächlich verlassen haben. FDP-Fraktionschef Henning Höne kündigt im Gespräch mit der „FAZ“ eine parlamentarische Befassung an und bringt auch einen Untersuchungsausschuss ins Spiel. Kommunale Ausländerbehörden dürften Regelungen nicht eigenmächtig untergraben. Genau das scheine aber in Köln passiert zu sein. „Schwer zu glauben, dass das ein Einzelfall war. Es muss lückenlos aufgeklärt werden.“ Die ersten Statements von Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) zeigten, dass sie das Ausmaß des Skandals nicht begriffen habe. Die schwarz-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende in der Pflicht, für eine einheitliche Einhaltung der Regeln zu sorgen. Dafür brauche es schlichtweg mehr Zentralisierung. Höne erinnere daran, dass die kommunalen Ausländerbehörden „Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung“ zu erbringen hätten. „Wie viel Weisung, Aufsicht und Kontrolle übt die Landesregierung eigentlich aus?“, fragt Höne. Deshalb müsse nun überprüft werden, wo das von den Grünen geführte Fluchtministerium weiteren Städten ein laxes Vorgehen habe durchgehen lassen. „Das wird viel Arbeit für den Landtag.“

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11. August
FAZ (Politik)

Abschiebungen: Der Kölner Asylskandal

Abschiebungen : Der Kölner Asylskandal Wenn sich bestätigt, dass die Stadt Köln Abschiebungen verhindert hat, wäre die Wirkung verheerend. So hat das Asylrecht keine Zukunft mehr. Es ist keine Neuigkeit, dass in Deutschland die Rückführung abgelehnter Asylbewerber in ihre Herkunftsländer hintertrieben wird. Neu ist hingegen, wie der Kölner Fall zeigt, dass es staatliche Stellen sind, die daran arbeiten, dass Abschiebungen nicht zustande kommen. In der Stadt ist es gängige Praxis, über ein „Bleiberechtsprogramm“ Ausländern einen Aufenthaltstitel zu verschaffen. Das kann in manchen Fällen sinnvoll sein, kann aber auch aus dem Ruder laufen. Nur noch in Deutschland, um Sozialleistungen zu kassieren Öffentlich wurde die Kölner Selbstherrlichkeit, weil die Amtshilfe einer Ausländerbehörde zurückgewiesen wurde, die dafür zuständig ist, die nötigen Papiere zu besorgen. Da es sich um ausreisepflichtige Ausländer aus Staaten des Westbalkans handelte, gab es dafür kaum Hindernisse – die Anerkennungsquote für Asyl ist unter Migranten aus diesen Staaten verschwindend gering. Besonders verheerend ist der Fall eines Mannes, der, geschützt durch die Kölner Ausländerbehörde, ganz offensichtlich nur noch in Deutschland war, um Sozialleistungen zu kassieren, der obendrein mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt kam. Die Kölner Praxis, wenn sich das bisher bekannte Ausmaß bestätigt, ist ein gutes Beispiel dafür, wie man ein humanitäres Projekt wie das Asylrecht diskreditiert und damit Aversionen schürt, die auf dessen Abschaffung hinwirken.

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11. August
FAZ (Politik)

500 ausreisepflichtige: Hat Köln Abschiebungen aktiv verhindert?

500 ausreisepflichtige : Hat Köln Abschiebungen aktiv verhindert? Die CDU spricht von einem „handfesten Skandal“: Die Stadt Köln soll die Abschiebung von Migranten aus Westbalkanstaaten hintertrieben haben. Was steckt dahinter? Es ist ein schwerer Verdacht, der seit einigen Tagen im Raum steht: Die Ausländerbehörde der Stadt Köln soll die Abschiebung von 500 ausreisepflichtigen Migranten aktiv behindert haben, darunter auch mindestens eine bereits mehrfach straffällig gewordene Person. Wie die Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete, bot das Land Nordrhein-Westfalen der Kommune 2024 an, bei der Beschaffung der Rückreisedokumente für mehrere hundert Personen aus den Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Hercegovina, Nordmazedonien, Montenegro, dem Kosovo und Serbien behilflich zu sein. Doch Köln habe das rundheraus abgelehnt. Aus einem der F.A.Z. vorliegenden Mailwechsel geht hervor, dass sich die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) des Kreises Coesfeld Mitte November 2024 unter anderem an die Stadt Köln wandte. Die ZAB Coesfeld ist im Auftrag der schwarz-grünen Landesregierung für die Beschaffung von Reisedokumenten für vollziehbar ausreisepflichtige Personen aus Westbalkanstaaten zuständig, die ZAB Unna für ein vergleichbares Verfahren für Fälle aus dem Irak. Die Idee, bestimmte Aufgaben der kommunalen Ausländerbehörden zu bündeln, stammt noch aus der Zeit der bis 2022 regierenden schwarz-gelben Landesregierung. Denn einzelne Behörden waren schon damals überfordert oder unwillig bei der Beschaffung von Passersatzpapieren und im Umgang mit komplizierten Abschiebungen. Aus dem Kreis der Landräte ist bereits seit einigen Jahren die Klage zu hören, gewisse Großstädte schöben auffällig wenig ab. In Köln leben auffällig viele Ausreisepflichtige aus Westbalkanstaaten In der ZAB Coesfeld wunderte man sich Ende 2024 jedenfalls, dass es aus Köln noch kein Amtshilfeersuchen für Westbalkan-Fälle gab. Dabei leben in Köln besonders viele vollziehbar ausreisepflichtige Personen aus den betreffenden Ländern, die allesamt gesetzlich als „sichere Herkunftsstaaten“ gelten. Auch weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Asylanträge dieser Personen in der Regel im beschleunigten Verfahren abschlägig entscheidet und ihre Herkunftsländer kooperieren, bilden die Westbalkanstaaten einen Schwerpunkt bei der Abschiebung aus Nordrhein-Westfalen, heißt es auf Anfrage der F.A.Z. aus dem Fluchtministerium. „Hinzu kommt: Rückführungen können vergleichsweise unkompliziert auf dem Landweg oder per Linien- oder Charterflug durchgeführt werden“, sagt eine Ministeriumssprecherin. Zwar hat die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland zuletzt zugenommen. Noch immer jedoch scheitern zahlreiche Rückführungen. Allein in Nordrhein-Westfalen war das im vergangenen Jahr bei 4639 von 8715 Versuchen der Fall. Zur Vielzahl der sogenannten Abschiebehindernisse zählen Abschiebeverbote für Länder, in denen einem Flüchtling beispielsweise Gefahr für Leib und Leben durch Folter, unmenschliche Behandlung oder Todesstrafe drohen. Häufig fehlt es auch einfach an Reisedokumenten und der Bereitschaft der Heimatbotschaften, bei der Ersatzbeschaffung zu helfen. Die Hürden bei Flüchtlingen vom Westbalkan sind niedrig All diese Hindernisse gibt es bei Flüchtlingen vom Westbalkan nicht. Im Gegenteil seien „die Hürden für die Ausstellung von Rückreisedokumenten für diesen Personenkreis niedrig“, die Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden funktioniere „seit mehreren Jahren gut“, heißt es auch in der E-Mail vom 19. November 2024, mit der die ZAB Coesfeld ausgewählte nordrhein-westfälische Kommunen um bessere Kooperation bat. Um Köln auf die Sprünge zu helfen, fügte die ZAB Coesfeld eine Excel-Tabelle mit den Namen von 500 ausreisepflichtigen Personen in der größten nordrhein-westfälischen Stadt an. Vom Kölner Ausländeramt antwortete sieben Tage später ein Mitarbeiter des „Bleiberechtsprogramms“ und teilte mit, es handle sich um Personen, die seit langer Zeit geduldet würden. „Mit Hilfe von Sozialpädagogen*innen unterstützen wir die Personen, ihre dauerhafte Bleibeperspektive (Aufenthaltserlaubnis) zu erlangen. Darunter fällt auch die Passbeschaffung.“ Insofern brauche man die Hilfe der ZAB Coesfeld nicht, es sei denn, man schließe Personen etwa aufgrund fehlender Mitwirkung aus dem Kölner Bleiberechtsprogramm aus. Zu den Ausreisepflichtigen auf der Excel-Liste zählt laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ auch ein 42 Jahre alter Mann der aus Bosnien-Hercegovina stammenden Großfamilie B., der bereits acht Mal wegen Bandendiebstahl, Urkundenfälschungen, Leistungserschleichung und Betrug verurteilt worden sei, mittlerweile in 147 Fällen bei der nordrhein-westfälischen Polizei aktenkundig geworden und aktuell abermals wegen Betrugs vor dem Kölner Amtsgericht angeklagt sein soll. Oberbürgermeister Burmester lässt den Vorgang prüfen Sein Asylantrag soll schon im Oktober 2003, wenige Monate nach seiner Ankunft in Köln, vom BAMF abgelehnt worden sein. Die für die Abschiebung notwendigen Passersatzpapiere soll das Kölner Ausländeramt nicht beantragt haben. Der Mann soll für sich und seine mittlerweile acht Kinder monatlich diverse Sozialleistungen in Höhe von 7500 Euro beziehen. Auf die Frage der F.A.Z., ob das zutrifft und warum die gesamte Familie B. ins Bleiberechtsprogramm aufgenommen wurde, verweigert die Stadt Köln „aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte“ Antworten. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) – der erst seit November im Amt ist – habe die Rechtsdezernentin beauftragt, den Vorgang rund um das Angebot der ZAB Coesfeld zu prüfen. „Aufgrund der Vielzahl der Fälle wird diese Prüfung eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.“ Aus dem Fluchtministerium heißt es, das Land unterstütze die kommunalen Ausländerbehörden bestmöglich. Das betreffe auch die konsequente Durchsetzung der vollziehbaren Ausreisepflicht prioritär von Gefährdern und Straftätern. „Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen, dass bestehende Bleiberechtsregelungen rechtskonform in Anspruch genommen werden können“, sagt eine Sprecherin. Die CDU fordert harte Konsequenzen Das Ministerium stehe mit den kommunalen Ausländerbehörden in Einzelfällen im Austausch, das betreffe auch das Vorgehen der Kölner Behörde. Zuletzt habe das Ministerium darauf hingewiesen, dass „die unzureichenden Bemühungen“, die Identität zu klären und Ausreisepflichtige abzuschieben, in einigen Fällen nicht nachvollziehbar seien. „Grundsätzlich liegt ein schwerwiegendes Ausweisungsinteresse bei einem nicht nur vereinzelten oder geringfügigen Verstoß gegen Rechtsvorschriften vor“, so die Sprecherin von Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne). Der große Koalitionspartner CDU schlägt derweil scharfe Töne an. „Es ist ein handfester Skandal, der disziplinar- und beamtenrechtliche Konsequenzen bei der Stadt Köln haben muss“, sagt Gregor Golland, der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, im Gespräch mit der F.A.Z. „Statt Kriminelle und Sozialbetrüger mit falscher Toleranz erfolglos integrieren zu wollen, sollten diese allesamt so schnell wie möglich abgeschoben werden.“ Der Kölner Vorgang sei keinem normalen und anständigen Menschen mehr vermittelbar. „Er ist zudem ein Schlag ins Gesicht aller gut integrierten und rechtschaffenen ausländischen Mitbürger, die für dieses Staatsversagen ebenfalls schon lange kein Verständnis mehr haben.“ FDP-Fraktionschef Henning Höne kündigt im Gespräch mit der F.A.Z. eine parlamentarische Befassung an und bringt auch schon einen Untersuchungsausschuss ins Spiel. Kommunale Ausländerbehörden dürften Regelungen nicht eigenmächtig untergraben. Genau das scheine aber in Köln passiert zu sein. „Schwer zu glauben, dass das ein Einzelfall war. Es muss lückenlos aufgeklärt werden.“ Die ersten Statements von Fluchtministerin Schäffer zeigten, dass sie das Ausmaß des Skandals nicht begriffen habe. Die schwarz-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende in der Pflicht, für eine einheitliche Einhaltung der Regeln zu sorgen, dafür brauche es schlichtweg mehr Zentralisierung. Höne erinnert dran, dass die kommunalen Ausländerbehörden „Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung“ zu erbringen hätten. „Wie viel Weisung, Aufsicht und Kontrolle übt die Landesregierung eigentlich aus?“, fragt Höne. Deshalb müsse nun überprüft werden, wo das von den Grünen geführte Fluchtministerium weiteren Städten ein laxes Vorgehen habe durchgehen lassen. „Das wird viel Arbeit für den Landtag.“

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10. August
Die Welt (Politik)

Köln lehnte Hilfe bei Abschiebungen ab – Kubicki sieht „verfassungswidrige Verwaltungspraxis“

Köln lehnte Hilfe bei Abschiebungen ab – Kubicki sieht „verfassungswidrige Verwaltungspraxis“ Die Stadt Köln hatte abgelehnt, dass Rückreisedokumente für 500 ausreisepflichtige Personen beschafft werden. CDU-Politiker Seif beklagt, dass in „eklatanter Weise bundesgesetzliche Vorgaben missachtet“ wurden. FDP-Chef Kubicki sieht ein „bundesweites Phänomen“. Im Fall mutmaßlich verhinderter Abschiebungen gibt es zunehmenden Druck auf die Stadt Köln. Der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Innenausschuss, Detlef Seif, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag): „Es geht darum, ob die Ausländerbehörde bei vollziehbar ausreisepflichtigen Personen systematisch die Rückführung verhindert. Bereits jetzt ist erkennbar, dass in eklatanter Weise bundesgesetzliche Vorgaben missachtet werden.“ Der Bund und die Länder müssten nach dem Vorfall in Köln darüber nachdenken, „die Rückführungen weiter zu zentralisieren“. Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) Coesfeld hatte der Kölner Ausländerbehörde im November 2024 angeboten, Rückreisedokumente für rund 500 ausreisepflichtige Personen aus den Westbalkanstaaten zu beschaffen. Dadurch sollten Abschiebungen ermöglicht werden. Die Stadt lehnte ab und setzte stattdessen auf eine dauerhafte Bleibeperspektive für diese Personengruppe. FDP-Chef Wolfgang Kubicki sprach von einem „bundesweit zu beobachtenden Phänomen“, dass Länder und manche Kommunen sich anmaßten, eine eigene Migrationspolitik zu betreiben, „indem sie Abschiebestopps aussprechen oder sich symbolisch zu ‚sicheren Häfen’ erklären“. Köln warnt vor „Ende des gewaltengeteilten Rechtsstaates“ Dadurch habe sich laut Kubicki eine „völlig inakzeptable, verfassungswidrige Verwaltungspraxis breitgemacht“. Der Fall Köln treibe diese Entwicklung „auf die Spitze und führt hoffentlich dazu, dass der Bund alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpft, um den Vollzug seiner Gesetze in den Ländern sicherzustellen“. Könnten Behörden sich folgenlos über die Entscheidung des Gesetzgebers stellen, wäre dies „das Ende des gewaltengeteilten Rechtsstaates“, warnte Kubicki. Deswegen sei ein hartes Durchgreifen notwendig. Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im April 2027, hieß es gut, dass Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) den „Vorgang jetzt gründlich prüfen lässt“. Eine solche Prüfung sei notwendig, um den Sachverhalt abschließend bewerten zu können. Zugleich griff Ott die CDU an. Es erstaune, dass sich ausgerechnet die Christdemokraten zu Wort meldeten. Schließlich sei es die von Christdemokraten und Grünen in Köln getragene Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) gewesen, die die Unterstützung des Landes ausgeschlagen habe.

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