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Donnerstag, 23. Juli 2026
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Batteriekonzern: Varta AG meldet offenbar spätestens am Freitag Insolvenz an

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23. Juli
Tagesschau

Batteriehersteller in der Krise: Varta soll zerschlagen werden

Batteriehersteller Gläubiger treiben Zerschlagung von Varta voran Die Zukunft von Varta ist ungewiss. Beim angeschlagenen Batteriehersteller rückt eine Zerschlagung näher. Die wichtigsten Gläubiger wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen. Der angeschlagene Batteriehersteller Varta steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Eine Gruppe wichtiger Gläubiger will das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Unternehmen herauslösen und auf eine neue Eigentümerstruktur übertragen. Nach Einschätzung der Geldgeber ist dies der aussichtsreichste Weg, um zumindest Teile des Unternehmens zu sichern. Zu der sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe gehören die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox. Zuvor hatten mehrere Medien über die Pläne berichtet. Gläubiger sehen Finanzierungslücke Die Gläubiger begründen ihren Kurswechsel mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens aus Ellwangen (Baden-Württemberg). Eine unabhängige Analyse der Unternehmensberatung FTI habe einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben - also fehlendes Geld für das laufende Geschäft. Darüber hinaus sei weiteres Kapital erforderlich, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten. Nach Angaben der Gläubiger habe sich trotz intensiver Gespräche bislang kein Investor oder anderer Beteiligter gefunden, der bereit sei, die benötigten Finanzmittel bereitzustellen. Deshalb wolle die Gruppe nun ihre vertraglichen Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen der Restrukturierung von 2024 ausüben. Die Umsetzung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt behördlicher und weiterer Genehmigungen. Sanierung reicht offenbar nicht aus Varta war bereits 2024 in eine existenzbedrohende Krise geraten. Um eine Insolvenz abzuwenden, leitete das Unternehmen im Juli vergangenen Jahres ein Sanierungsverfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) ein. Im Zuge der Restrukturierung schieden die bisherigen Aktionäre aus dem Unternehmen aus. Anfang April hatte Varta erklärt, die Neuaufstellung sei abgeschlossen. Die nun bekannt gewordenen Pläne der Gläubiger deuten jedoch darauf hin, dass die damalige Sanierung nicht ausgereicht hat. Tojner will Unternehmensteile erhalten Der österreichische Unternehmer und Varta-Mitgesellschafter Michael Tojner will nach eigenen Angaben Teile des Unternehmens weiterführen. Der Augsburger Allgemeinen sagte er, dies werde allerdings nur mit einem weiteren Sanierungsverfahren und "harten Einschnitten" möglich sein. Tojner kritisierte zugleich das Vorgehen der finanzierenden Banken. Mit dem Wegfall des Großkunden Apple sei allerdings klar gewesen, "dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht". Nach seinen Angaben will sich seine Beteiligungsgesellschaft um die Fortführung der Geschäftsbereiche Microbattery und Solutions bemühen. Verlust von Apple belastet Varta zusätzlich Apple hatte im Mai den Liefervertrag für Knopfzellenbatterien für AirPods gekündigt. Die Batterien sollen künftig in China gefertigt werden. Infolge dessen wird das Varta-Werk im bayerischen Nördlingen mit rund 350 Beschäftigten im Oktober geschlossen. Tojner verwies zudem auf die schwierigen Rahmenbedingungen für die Batterieproduktion in Europa. "Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machen die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung", sagte Tojner. IG Metall: "Existenzen stehen auf dem Spiel" "Das ist eine riesige Katastrophe", sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, mit Blick auf die drohende Zerschlagung. Die Nachricht habe ihn schlagartig erreicht. "Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel - auch die vieler Familien." Fink forderte vom Unternehmen schnell Transparenz und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Die Beschäftigten müssten so rasch wie möglich erfahren, wie es für sie weitergehe.

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23. Juli
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Unternehmen: Batteriekonzern Varta soll zerschlagen werden

Kaum eine Batteriemarke ist so bekannt wie Varta. Ob in Fernbedienungen, Taschenlampen oder Spielzeug – die Batterien aus dem schwäbischen Ellwangen liegen seit Jahrzehnten in Millionen Haushalten weltweit. Nun könnte ausgerechnet dieses Traditionsunternehmen zerschlagen werden. Wichtige Geldgeber wollen das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Der Grund: die angespannte Finanzlage des Unternehmens. Die übrigen zwei Unternehmensbereiche könnten dadurch in die Insolvenz rutschen. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben nach rund 3260 Menschen, viele davon in Ellwangen. Zuletzt im Jahr 2024 veröffentlichte Zahlen zeigen, dass Varta damals bei einem Umsatz von mehr als 790 Millionen Euro rund 64,5 Millionen Euro Verlust machte. Neben den bekannten Haushaltsbatterien produziert das Unternehmen Mikrobatterien, etwa für Hörgeräte, sowie Energiespeicher für Privathaushalte und Industrie. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen. Es ist nicht die erste Krise für den deutschen Batteriehersteller: Schon 2024 musste sich das Unternehmen im Rahmen eines Sanierungsverfahrens nach dem Restrukturierungsgesetz (StaRUG) neu aufstellen. Alte Aktionäre verloren dabei ihr Investment, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Das Verfahren sollte eine Insolvenz verhindern. Varta erklärte es im April des vergangenen Jahres für abgeschlossen. Eigentlich hat Varta nach Einschätzung von Branchenkennern weiterhin Potenzial. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien, die als Zukunftstechnologie gelten. Daraus könnten große und nachhaltigere Energiespeicher in Europa entwickelt werden. Doch genau diese Zukunft kostet Geld. Nach Angaben der Gläubiger benötigt Varta kurzfristig einen Finanzbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen hohe Investitionen für die kommenden Jahre. Die wichtigsten Geldgeber – darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC Bluebay, Blantyre und Whitebox – sehen deshalb inzwischen keine tragfähige Gesamtlösung mehr. Sie wollen stattdessen das Geschäft mit Haushaltsbatterien herauslösen und dafür eine neue Eigentümerstruktur schaffen. „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, erklärte ein Sprecher der Gruppe. Nach Medienberichten legte der Schweizer Investor Allswiss ein Angebot vor. Die finanzierenden Gläubiger sprechen dagegen lediglich von einer Interessenbekundung. Nach ihrer Darstellung fehlen bis heute wesentliche Informationen, um den Vorschlag bewerten zu können. „Wer die vollständige Rückzahlung nach eigenen Worten begrüßen würde und zugleich jedes Gespräch darüber ablehnt, will nicht verkaufen, sondern verwerten – auf Kosten des Unternehmens, seiner Beschäftigten und der übrigen Gläubiger“, sagte Allswiss-Gründer Pino Sergio der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Das ist eine riesige Katastrophe“, sagte Fabian Fink, zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, mit Blick auf die drohende Zerschlagung. Die Nachricht habe ihn schlagartig getroffen. „Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel – auch die vieler Familien.“ Fink forderte vom Unternehmen schnell Transparenz und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Die Beschäftigten müssten so rasch wie möglich erfahren, wie es für sie weitergehe. Aus Sicht des Varta-Investors Michael Tojner war der Schritt der Gläubiger „leider“ voraussehbar. „Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machten die Entwicklung des Batteriegeschäfts in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung. Er wolle versuchen, die verbleibenden Unternehmensteile in Nischenmärkten neu zu positionieren. „Das wird jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein“, erklärte das Aufsichtsratsmitglied. Ziel sei es, das Batterie-Know-how in Europa zu erhalten.

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23. Juli
Handelsblatt

Deutsche Weltmarke in Gefahr: Warum Varta vor der Zerschlagung steht

Deutsche Weltmarke in Gefahr: Warum Varta vor der Zerschlagung steht Ellwangen. Kaum eine Batteriemarke ist so bekannt wie Varta. Ob in Fernbedienungen, Taschenlampen oder Spielzeug - die blau-gelben Batterien aus dem schwäbischen Ellwangen liegen seit Jahrzehnten in Millionen Haushalten weltweit. Nun könnte ausgerechnet dieses Traditionsunternehmen zerschlagen werden. Wichtige Geldgeber wollen das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Der Grund: die angespannte Finanzlage des Unternehmens. Die übrigen zwei Unternehmensbereiche könnten dadurch in die Insolvenz rutschen. Absturz nach dem Apple-Rückzug? Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben nach rund 3.260 Menschen, viele davon in Ellwangen. Zuletzt im Jahr 2024 veröffentlichte Zahlen zeigen, dass Varta damals bei einem Umsatz von mehr als 790 Millionen Euro rund 64,5 Millionen Euro Verlust machte. Neben den bekannten Haushaltsbatterien produziert das Unternehmen Mikrobatterien, etwa für Hörgeräte, sowie Energiespeicher für Privathaushalte und Industrie. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple Es ist nicht die erste Krise für den deutschen Batteriehersteller: Schon 2024 musste sich das Unternehmen im Rahmen eines Sanierungsverfahrens nach dem Restrukturierungsgesetz (StaRUG) neu aufstellen. Alte Aktionäre verloren dabei ihr Investment, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Das Verfahren sollte eine Insolvenz verhindern. Varta erklärte es im April des vergangenen Jahres für abgeschlossen. Zukunftstechnologie - aber kein Geld Eigentlich hat Varta nach Einschätzung von Branchenkennern weiterhin Potenzial. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien, die als Zukunftstechnologie gelten. Daraus könnten große und nachhaltigere Energiespeicher in Europa entwickelt werden. Doch genau diese Zukunft kostet Geld. Nach Angaben der Gläubiger benötigt Varta kurzfristig einen Finanzbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen hohe Investitionen für die kommenden Jahre. Die wichtigsten Geldgeber – darunter die Deutsche Bank Nach Medienberichten legte der Schweizer Investor Allswiss ein Angebot vor. Die finanzierenden Gläubiger sprechen dagegen lediglich von einer Interessenbekundung. Nach ihrer Darstellung fehlen bis heute wesentliche Informationen, um den Vorschlag bewerten zu können. „Wer die vollständige Rückzahlung nach eigenen Worten begrüßen würde und zugleich jedes Gespräch darüber ablehnt, will nicht verkaufen, sondern verwerten - auf Kosten des Unternehmens, seiner Beschäftigten und der übrigen Gläubiger“, sagte Allswiss-Gründer Pino Sergio der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. IG Metall: „Das ist eine riesige Katastrophe“ „Das ist eine riesige Katastrophe“, sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, mit Blick auf die drohende Zerschlagung. Die Nachricht habe ihn schlagartig erreicht. „Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel - auch die vieler Familien.“ Fink forderte vom Unternehmen schnell Transparenz und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Die Beschäftigten müssten so rasch wie möglich erfahren, wie es für sie weitergehe. Verwandte Themen Standortnachteile für Batteriegeschäft in Europa Auch Sicht des Varta-Investors Michael Tojner war der Schritt der Gläubiger „leider“ voraussehbar. „Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machten die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung. Er wolle versuchen, die verbleibenden Unternehmensteile in Nischenmärkten neu zu positionieren. „Das wird jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein“, erklärt das Aufsichtsratsmitglied. Ziel sei es, das Batterie-Know-how in Europa zu erhalten.

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23. Juli
Der Spiegel (Wirtschaft)

Varta: Batteriehersteller soll zerschlagen werden

Bislang kein Investor gefunden Batteriehersteller Varta soll zerschlagen werden Dem Batteriehersteller Varta droht die Zerschlagung. Wichtige Geldgeber wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen und sprechen sich für eine neue Eigentümerstruktur aus, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Varta wollte die Mitteilung auf Anfrage nicht kommentieren. Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank und die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihren Kurswechsel mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens mit Sitz im schwäbischen Ellwangen. Eine unabhängige Analyse der Unternehmensberatung FTI habe ergeben, dass Varta einen operativen Liquiditätsbedarf in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags habe, also fehlendes Geld für das laufende Geschäft. Hinzu komme erheblicher weiterer Kapitalbedarf, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen. Bislang keinen Investor gefunden Varta war zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten. Um die Insolvenz zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Im Zuge dessen wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt. Trotz intensiver Gespräche habe sich bislang kein Investor oder anderer Beteiligter bereit erklärt, die fehlenden Finanzmittel bereitzustellen, erklärte ein Sprecher der Gläubiger. Die Gruppe sei deshalb zu dem Schluss gekommen, dass die Herauslösung und Stabilisierung des Geschäftsbereichs Consumer Batterie der tragfähigste Weg sei. Die Gruppe kündigte an, ihre vertraglichen Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen der Restrukturierung von 2024 auszuüben. Eine Umsetzung steht den Angaben zufolge unter dem Vorbehalt behördlicher und weiterer Genehmigungen.

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23. Juli
Handelsblatt

Gläubiger melden sich zu Wort: Batteriekonzern Varta soll zerschlagen werden

Gläubiger melden sich zu Wort: Batteriekonzern Varta soll zerschlagen werden Ellwangen. Im Ringen um die Zukunft des Batterieherstellers Varta rückt eine Zerschlagung des Unternehmens näher. Wichtige Geldgeber wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen und sprechen sich für eine neue Eigentümerstruktur aus, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Varta wollte die Mitteilung auf Anfrage nicht kommentieren. Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank Eine unabhängige Analyse der Unternehmensberatung FTI habe ergeben, dass Varta einen operativen Liquiditätsbedarf in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags habe - also fehlendes Geld für das laufende Geschäft. Hinzu komme erheblicher weiterer Kapitalbedarf, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen. Sanierungsfall Varta Varta war zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten. Um die Insolvenz zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Im Zuge dessen wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt. Trotz intensiver Gespräche habe sich bislang kein Investor oder anderer Beteiligter bereit erklärt, die fehlenden Finanzmittel bereitzustellen, erklärte ein Sprecher der Gläubiger. Die Gruppe sei deshalb zu dem Schluss gekommen, dass die Herauslösung und Stabilisierung des Geschäftsbereichs Consumer Batterie der tragfähigste Weg sei. Die Gruppe kündigte an, ihre vertraglichen Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen der Restrukturierung von 2024 auszuüben. Eine Umsetzung steht den Angaben zufolge unter dem Vorbehalt behördlicher und weiterer Genehmigungen.

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22. Juli
FAZ (Wirtschaft)

In der Krise: Gläubiger zerschlagen Varta

In der Krise : Gläubiger zerschlagen Varta Der angeschlagene Batteriehersteller Varta wird in Einzelteile gespalten. Die Hauptgläubiger um die Deutsche Bank wollen sich die profitable Sparte Haushaltsbatterien sichern. Es ist das Ende aller Natrium-Ionen-Pläne. Die Rettung des Batterieherstellers Varta ist endgültig gescheitert. Die Deutsche Bank und die drei in London sitzenden Investmentfonds Blantyre, Bluebay und Whitebox als Hauptgläubiger haben sich am Mittwochmittag entschieden, ihre Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen geltend zu machen: Sie gliedern den Geschäftsbereich Haushaltsbatterien aus und suchen eine neue Eigentümerstruktur für das Unternehmen. Als Grund führen die Gläubiger „einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ an, „verbunden mit erheblichen Kapitalmaßnahmen, die umgesetzt werden müssen, um den Betrieb nachhaltig“ fortzuführen. „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, sagte ein Sprecher der Ad-hoc-Gläubigergruppe um Blantyre, Deutsche Bank, RBC Bluebay und Whitebox. Aktionäre verloren Anteile Damit enden auch die Versuche von Varta-Chef Michael Ostermann, den Konzern zusammenzuhalten, um mit dem Wissen aus allen Sparten des Herstellers eine Natrium-Ionen-Fertigung aufzubauen. In die Krise gerutscht ist Varta im Herbst 2022, weil das Unternehmen vor allem auf wiederaufladbare Knopfzellen für Apple setzte. Das Unternehmen nahm Schulden auf, baute die Produktion in großem Maße aus. Als sich Apple dann aber entschied, einen zweiten Zulieferer zu suchen, brachen die Abrufe bei Varta ein. Das Unternehmen wurde im Rahmen des Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) neu aufgestellt. Dabei verloren alle bisherigen Aktionäre einschließlich Mehrheitsaktionär Tojner ihre alten Anteile. Die neuen Probleme begannen im November 2025. Durch den schwächeren Dollarkurs brachten die Geschäfte mit Apple, die Varta in Dollar abrechnete, weniger Geld in die Kasse. Das Unternehmen riss beim Gewinn (Ebitda) die Finanzierungsverpflichtungen („Covenants“). Hinzu kam im Frühjahr ein zweiter Covenant-Verstoß – und zwar in der Prognose, dass die langfristige Finanzierung von Varta, wie sie im StaRUG-Verfahren festgelegt war, stark gefährdet sei, weil Apple zwischenzeitlich angekündigt habe, die Bestellungen bei Varta ganz einzustellen. Die Investmentgesellschaften und die Deutsche Bank hatten wegen der Covenant-Verstöße seitdem die Möglichkeit, ihre Sicherheiten zu verwerten, was sie mit dem aktuellen Schritt nun getan haben. Allswiss wollte Varta stabilisieren Im Juni hatte die Schweizer Allswiss-Gruppe noch versucht, genau das zu verhindern und Varta als Ganzes zu erhalten. Der Investor erklärte, die gesamten Schulden der Gläubiger in Höhe von 298 Millionen Euro zum Nominalwert übernehmen zu wollen, um den Hersteller zu stabilisieren und den Lithium-Ionen-Plan doch noch umzusetzen. Zuletzt hatte Allswiss-Gründer Pino Sergio die Landesbank Saar gewonnen, die in einem Brief zugesichert hatte, die finanztechnische Begleitung der Transaktion zu übernehmen. „Als Ergebnis können wir festhalten, dass das von ihnen vorgesehene Projekt Forderungskauf der Gläubiger der Varta AG gegen Überlassung gestellten Sicherheitenpakete für uns schlüssig nachvollziehbar ist, besonders vor dem Hintergrund, welche Zukunftsperspektive sich für die Varta-Gruppe als nationaler Player auf dem europäischen Markt für Batterien und Speicher ergeben wird“, heißt es in dem vom Vorstandsvorsitzenden der Bank, Jochen Sutor, unterschriebenen Brief. Direkte Verhandlungen zwischen Allswiss und den Gläubigern über den Kauf der Forderungen waren aber trotzdem nicht mehr zustande gekommen. In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung der Hauptgläubiger griff Allswiss die Deutsche Bank und die drei Investmentfonds scharf an. „Wer die vollständige Rückzahlung nach eigenen Worten begrüßen würde und zugleich jedes Gespräch darüber ablehnt, will nicht verkaufen, sondern verwerten — auf Kosten des Unternehmens, seiner Beschäftigten und der übrigen Gläubiger“, sagte Allswiss-Gründer Pino Sergio der F.A.Z. „Wir haben die Gläubigergruppe und den Sicherheitentreuhänder heute schriftlich aufgefordert, die eingeleiteten Schritte zur Verwertung der Sicherheiten und zur Zerschlagung der Gruppe einzustellen und uns bis Freitag mitzuteilen, zu welchen Bedingungen sie zum Verkauf der Forderungen bereit sind.“ In das Ringen um den Batteriehersteller haben sich seit einigen Tagen auch die Landesregierung Baden-Württemberg und die Landesregierung des Saarlands eingeschaltet. Südwest-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sprach unter anderem mit dem Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Ziel sei es, Varta als Ganzes zu erhalten, um das industrielle Potential für den Standort zu nutzen, hieß es im Ministerium. Der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) vermittelte Allswiss den Kontakt zur Landesbank Saar. Auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte das Thema auf seinem Schreibtisch, er ist von mehreren Seiten auf die drohende Gefahr einer Varta-Zerschlagung hingewiesen worden. Für das Institut und die drei Investmentgesellschaften könnte sich die Zerschlagung nun als sehr lukrativ herausstellen, weil sie sich die Sparte Haushaltsbatterien sichern. Der Geschäftspreis hat 2025 ein Ergebnis von 65 Millionen Euro erwirtschaftet. Bei einem Verkaufspreis zwischen dem Fünf- und Siebenfachen des Gewinns könnten die Gläubiger zwischen 325 und 455 Millionen Euro erlösen, was eine sehr gute Rendite wäre, da sie nur mit einem Bruchteil des Nennwertes ihrer Darlehen eingestiegen sind. Während die britischen Fonds offenbar von Anfang an auf diese Lösung spekulierten, ist sie für die Deutsche Bank eine argumentative Herausforderung. Am Dienstag erst hat Sewing eine Zwischenbilanz der von der Deutschen Bank mit angestoßenen Initiative „Made for Germany“ gezogen. Das Ziel: die Stärkung des Industriestandorts Deutschland.

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