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Dienstag, 28. Juli 2026
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Asylpolitik - Deutschland schiebt erneut nach Afghanistan ab - Kritik von Pro Asyl

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28. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Erstmals Nicht-Straftäter nach Afghanistan abgeschoben – heftige Kritik

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Innenminister Dobrindt verkündet: 31 Afghanen abgeschoben  AfD-Bundesvorstand geht gegen NRW-Chef Vincentz vor CDU-Landtagsfraktion aus Mainz sagt Treffen mit Merz ab Hoppermann ist neue CDU-Generalsekretärin  Mittelstandsbeauftragte Connemann folgt auf Amthor im Digitalministerium Erstmals Nicht-Straftäter nach Afghanistan abgeschoben – heftige Kritik Die Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ hat den Abschiebeflug, der am frühen Dienstagmorgen vom Flughafen Leipzig/Halle nach Afghanistan gestartet ist, als Ergebnis einer „fatalen Abschiebungspolitik“ kritisiert. Demnach habe sich erstmals ein nicht vorbestrafter Mann unter den abgeschobenen Menschen befunden. „Genau vor dieser Entwicklung haben wir von Beginn an gewarnt“, erklärte „Pro Asyl“-Geschäftsführerin Helen Rezene. Damit sei „die nächste Schranke“ gefallen. Gleichzeitig sei ein weiterer nicht vorbestrafter Betroffener „dank einer erfolgreichen rechtlichen Intervention“ nicht an Bord gewesen, teilte die Organisation mit. Rezene kritisierte zudem, dass dadurch eine Normalisierung des Taliban-Regimes in Kauf genommen werde. „Die fatale deutsche Kumpanei mit den Taliban ist ein moralischer Bankrott - und ein Bärendienst im Kampf gegen den Islamismus.“ „Pro Asyl“ verwies zudem auf eine von den Vereinten Nationen im Mai ausgesprochene Warnung vor unfreiwilligen Abschiebungen nach Afghanistan. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sah die Aktion hingegen als Erfolg: „Mit der neuen Bundesregierung gelingt ein entscheidender Schritt zur Rückführung nach Afghanistan.“ Bisher hätten sich Bund und Länder „auf schwere Straftäter konzentriert“. Nun aber werde „aufgrund der Verstetigung der Kreis auf alle Straftäter ausgedehnt“, erklärte Schuster. Zudem sollen ausreisepflichtige Menschen, „die bisher keine Integrationsleistung gezeigt haben, im Sozialbezug stehen oder bei der Identitätsklärung nicht mitwirken“, abgeschoben werden. Sachsen stehe für weitere Rückführungsflüge aus Leipzig bereit, erklärte Schuster. Innenminister Dobrindt verkündet: 31 Afghanen abgeschoben Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 31 vor allem Kriminelle aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Es habe sich um „überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren“, gehandelt, sagte Dobrindt am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. „Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben“, sagte Dobrindt. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die Migrationswende werde „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. „Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan“, so Dobrindt. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. „Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben“, sagte Dobrindt. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die Migrationswende werde „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. „Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan“, so Dobrindt. Merz erwartet Ende der CDU-Personaldebatte nach Neuwahl der Fraktionsführung Bundeskanzler Friedrich Merz hofft, dass die Personaldebatte in der CDU mit der Neuwahl der Unionsfraktionsführung im Bundestag beendet sein wird. Am Mittwoch werde es eine Kabinettssitzung und eine Fraktionssitzung geben, sagte Merz auf Nachfrage bei einem Besuch in Dublin. "Ich gehe fest davon aus, dass nach der Fraktionssitzung alle Entscheidungen getroffen sind und akzeptiert werden." Zuvor hatte es deutliche Kritik an den Personalentscheidungen von Merz gegeben, vor allem an der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Zuvor hatte es deutliche Kritik an den Personalentscheidungen von Merz gegeben, vor allem an der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Luzia Geier Ex-Verfassungsgerichtspräsident würde Fünf-Prozent-Hürde senken Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen für nicht mehr zeitgemäß. „Ich plädiere dafür, die Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent abzusenken“, sagte er dem Tagesspiegel. Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht jede Sperrklausel als verfassungswidrig erklärt, „als unvereinbar mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Das ist Anlass genug zu prüfen, ob die hohe Fünf-Prozent-Hürde für Bundestag und Landtage noch angemessen ist“, argumentierte der Jurist. Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Bundestagswahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen „unter den Tisch gefallen“, weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier. „Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos. Ist das zwingend notwendig, um das Parlament funktionsfähig zu erhalten und eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Ich meine Nein.“ Eine vitale Demokratie lebe davon, dass neue Parteien entstehen können. Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht jede Sperrklausel als verfassungswidrig erklärt, „als unvereinbar mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Das ist Anlass genug zu prüfen, ob die hohe Fünf-Prozent-Hürde für Bundestag und Landtage noch angemessen ist“, argumentierte der Jurist. Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Bundestagswahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen „unter den Tisch gefallen“, weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier. „Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos. Ist das zwingend notwendig, um das Parlament funktionsfähig zu erhalten und eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Ich meine Nein.“ Eine vitale Demokratie lebe davon, dass neue Parteien entstehen können. „Mit der Fünf-Prozent-Hürde ist es sehr schwer, eine Partei zu gründen, aufzubauen und zu erhalten. Das führt zur Gefahr der parteipolitischen Versteinerung.“Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier Mehr Parteien im Parlament bedeuteten mehr, nicht weniger Demokratie. „Eine Drei-Prozent-Sperrklausel würde mehr Bürger im Parlament repräsentieren, den Bundestag diverser machen, das Vertrauen in die Demokratie stärken. Und: Konkurrenz belebt das politische Geschäft.“ Lorenz Zeck Staatssekretär im Gesundheitsministerium kritisiert Merz nach Entlassung Tino Sorge (CDU) soll als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit entlassen werden und kritisiert den Stil des Kanzlers. In einem Statement auf der Plattform X schreibt er: „Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme ich zur Kenntnis. Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage.“ Außerdem schreibt Sorge, es bleibe zu hoffen, dass die Entlassung „einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen“. AfD-Bundesvorstand geht gegen NRW-Chef Vincentz vor Der Machtkampf zwischen der AfD-Bundesspitze und dem nordrhein-westfälischen Landeschef Martin Vincentz geht in eine neue Runde. Der Bundesvorstand eröffnete ein Parteiordnungsverfahren gegen Vincentz und weitere Vertreter des Landesvorstands. Das bestätigte ein Sprecher der AfD in Berlin. Ein Sprecher der AfD NRW sagte auf dpa-Anfrage, dass man dem Verfahren „mit größter Gelassenheit“ entgegenblicke. Man habe sich nichts vorzuwerfen und freue sich darauf, die Argumentation des Bundesvorstands zu entkräften.  Hintergrund ist der Streit über die Aufstellung der AfD-Landesliste für die NRW-Landtagswahl 2027. Dabei war vor eineinhalb Wochen der Machtkampf zwischen dem als gemäßigt geltenden Lager um Parteichef Vincentz und einem äußerst rechten Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eskaliert. Letztlich setzte sich das Lager von Vincentz bei dem von Tumulten und Beschimpfungen begleiteten Parteitag weitgehend durch. Aber auch der Streit mit der AfD-Bundesspitze spitzte sich im Zuge der Listenaufstellung zu. Nachdem die Berliner Parteiführung um Alice Weidel und Tino Chrupalla vergebens den Abbruch des NRW-Parteitags gefordert hatte, beantragte die Landespartei beim Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze. Dieser Eilantrag steht nun im Zentrum des Parteiordnungsverfahrens. Nach Ansicht des Bundesvorstands hätte Vincentz zunächst das Bundesschiedsgericht der AfD anrufen müssen und nicht das Landgericht Düsseldorf. Außerdem habe Vincentz nicht wie angekündigt nach der Beilegung des Streits um die Aufstellung der Kandidatenliste den Antrag zurückgezogen. Hintergrund ist der Streit über die Aufstellung der AfD-Landesliste für die NRW-Landtagswahl 2027. Dabei war vor eineinhalb Wochen der Machtkampf zwischen dem als gemäßigt geltenden Lager um Parteichef Vincentz und einem äußerst rechten Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eskaliert. Letztlich setzte sich das Lager von Vincentz bei dem von Tumulten und Beschimpfungen begleiteten Parteitag weitgehend durch. Aber auch der Streit mit der AfD-Bundesspitze spitzte sich im Zuge der Listenaufstellung zu. Nachdem die Berliner Parteiführung um Alice Weidel und Tino Chrupalla vergebens den Abbruch des NRW-Parteitags gefordert hatte, beantragte die Landespartei beim Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze. Dieser Eilantrag steht nun im Zentrum des Parteiordnungsverfahrens. Nach Ansicht des Bundesvorstands hätte Vincentz zunächst das Bundesschiedsgericht der AfD anrufen müssen und nicht das Landgericht Düsseldorf. Außerdem habe Vincentz nicht wie angekündigt nach der Beilegung des Streits um die Aufstellung der Kandidatenliste den Antrag zurückgezogen. CDU-Landtagsfraktion aus Mainz sagt Treffen mit Merz ab Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion hat den Umgang von Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz mit Patrick Schnieder als Bundesverkehrsminister scharf kritisiert und deshalb ein für September avisiertes Treffen mit Merz abgesagt. „Ein persönlicher Austausch zwischen der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz und Ihnen setzt aus unserer Sicht ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung voraus, was durch die aktuelle Situation so leider nicht gegeben ist.“CDU-Fraktionschef Christoph Gensch Zuerst hatte der Podcast „Machtwechsel“ über das Schreiben berichtet. Merz sagte in Berlin: „Ich gehe mal davon aus, dass sich die Wogen bis zum September wieder etwas geglättet haben und dass ich selbstverständlich dann auch die Landtagsfraktion aus Rheinland-Pfalz sehe.“ Im Augenblick gebe es gerade in diesem Landesverband eine verständliche Aufregung, „aber ich werde das auch nochmal erläutern“. Er werde auch mit Patrick Schnieder und seinem Bruder Gordon weiter sprechen. Gordon Schnieder ist Ministerpräsident und CDU-Landeschef in Rheinland-Pfalz. Merz äußerte sich in Berlin über die Hängepartie bei der Neubesetzung an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. „Die Situation, die dadurch entstanden ist, bedauere ich persönlich sehr“, sagte er. Wie der Unmut über Merz in der CDU wächst, beschreiben Henrike Roßbach und Georg Ismar: Merz äußerte sich in Berlin über die Hängepartie bei der Neubesetzung an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. „Die Situation, die dadurch entstanden ist, bedauere ich persönlich sehr“, sagte er. Wie der Unmut über Merz in der CDU wächst, beschreiben Henrike Roßbach und Georg Ismar: Ex-Nationalspielerin Keßler als Staatsministerin für Sport nicht bestätigt Nicht nur Ministerien werden von Bundeskanzler Friedrich Merz gerade neu besetzt, auch diverse andere Regierungsvertreter bekommen neue Aufgaben. Das Handelsblatt berichtet, dass Merz die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler auf den Posten der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt berufen würde. Auf der Pressekonferenz am Montagmittag will er diese Personalie allerdings noch nicht bestätigen. Diese Neubesetzung erfolge zu einem späteren Zeitpunkt, so der Kanzler. Fest steht aber: Christiane Schenderlein (CDU), die bislang zuständig war, wechselt als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium.  Hoppermann ist neue CDU-Generalsekretärin Die Bundestagsabgeordnete und bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann ist neue Generalsekretärin ihrer Partei. Der Bundesvorstand hat sie auf Vorschlag des CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlers Friedrich Merz einstimmig zur Nachfolgerin von Carsten Linnemann gewählt, der als Bundesgesundheitsminister vorgesehen ist. Die Hamburgerin ist damit kommissarisch im Amt, bis sie auf dem nächsten Parteitag bestätigt wird. Bei einer Pressekonferenz mit Merz bedankte sich Hoppermann für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei der Stelle des CDU-Generalsekretärs hätten „herausragende Persönlichkeiten große Spuren hinterlassen“, sagt sie, und der Job sei für sie eine große Ehre.  Bislang war Hoppermann Bundesschatzmeisterin und damit zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche Pandemien vorzubereiten. Bislang war Hoppermann Bundesschatzmeisterin und damit zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche Pandemien vorzubereiten. Mittelstandsbeauftragte Connemann folgt auf Amthor im Digitalministerium Die Parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretärin Gitta Connemann wechselt im Rahmen der Personalrochade der CDU ins Digitalministerium. Connemann ist auch Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der Union (MIT). Diese Funktion werde sie mitnehmen, kündigte Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz auf einer Pressekonferenz an. Digitalminister Karsten Wildberger hatte vergangene Woche seinen Parlamentarischen Staatssekretär Philipp Amthor verloren, der als Bund-Länder-Koordinator ins Kanzleramt wechselt. Connemanns Nachfolger im Wirtschaftsressort wird der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.  Gitta Connemann (CDU). Katharina Kausche/dpa Merz könnte am Mittag neue Parteiführung bekannt geben Nach den von Bundeskanzler Friedrich Merz vorgenommenen Personalwechseln in Kabinett, Kanzleramt und Bundestagsfraktion ist nun die Partei an der Reihe. Es wird erwartet, dass der CDU-Chef in einer Pressekonferenz um 12 Uhr bekanntgeben wird, wer den künftigen Gesundheitsminister Carsten Linnemann auf dem Posten des CDU-Generalsekretärs ablösen soll. Dafür gilt in der Union seit einigen Tagen die bisherige Schatzmeisterin Franziska Hoppermann als gesetzt. Eine offizielle Bestätigung gab es allerdings noch nicht. Luzia Geier Bundesumweltminister: Waldbrände mahnen zu „Vorfahrt“ für Klimaschutz Angesichts der Waldbrände in Westeuropa mahnt Bundesumweltminister Carsten Schneider dringend, den Klimaschutz voranzubringen. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, sagte der SPD-Politiker. Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite Solidarität. „Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden“, betonte Schneider.  „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“Bundesumweltminister Carsten Schneider Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat. „Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue Realität“, betonte Schneider. „Zur Lösung gehört auch der Umbau unserer Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder und ein Paradigmenwechsel mit Blick auf unseren Umgang mit Wasser. Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, national und international.“ Über das Wochenende hatte sich die Brände im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs zugespitzt. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch dort rund 220 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42 000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Zugleich wüten Waldbrände in Spanien. Steffen Bilger soll neuer Verkehrsminister werden Noch ist Steffen Bilger, 47, Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, nun soll er als Nachfolger von Patrick Schnieder an die Spitze des Verkehrsministeriums aufrücken. Bundeskanzler Merz werde ihn der Bundestagsfraktion als neuen Ressortchef vorschlagen, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur. Bilger gilt als erfahrener Verkehrsexperte. Der Schwabe saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss des Parlaments und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, damals unter dem Ressortchef Andreas Scheuer (CSU). Bilger sitzt seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ludwigsburg in Baden-Württemberg im Bundestag. Er gilt als jemand, der einem Ministerjob gewachsen und fachlich geeignet ist. Für sein solides Fraktionsmanagement in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition bekommt er viel Lob und Anerkennung aus der Union. Bereits vergangenen Donnerstag hatte Merz den bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder informiert, dass er einen Wechsel im Ministeramt plane. Doch der designierte Nachfolger Fritz Güntzler sagte dem Kanzler kurzfristig ab und Schnieder blieb zunächst im Amt. Am Sonntag hat Schnieder dann selbst angekündigt, dass er Merz um seine Entlassung bitten wolle. Laut Regierungssprecher Kornelius habe Kanzler Merz Schnieder in einem Telefongespräch am Sonntag erneut für die geleistete Arbeit gedankt und sein Bedauern ausgedrückt, dass der Amtswechsel wegen unvorhergesehener Umstände nicht wie geplant kommuniziert werden konnte. Bilger gilt als erfahrener Verkehrsexperte. Der Schwabe saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss des Parlaments und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, damals unter dem Ressortchef Andreas Scheuer (CSU). Bilger sitzt seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ludwigsburg in Baden-Württemberg im Bundestag. Er gilt als jemand, der einem Ministerjob gewachsen und fachlich geeignet ist. Für sein solides Fraktionsmanagement in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition bekommt er viel Lob und Anerkennung aus der Union. Bereits vergangenen Donnerstag hatte Merz den bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder informiert, dass er einen Wechsel im Ministeramt plane. Doch der designierte Nachfolger Fritz Güntzler sagte dem Kanzler kurzfristig ab und Schnieder blieb zunächst im Amt. Am Sonntag hat Schnieder dann selbst angekündigt, dass er Merz um seine Entlassung bitten wolle. Laut Regierungssprecher Kornelius habe Kanzler Merz Schnieder in einem Telefongespräch am Sonntag erneut für die geleistete Arbeit gedankt und sein Bedauern ausgedrückt, dass der Amtswechsel wegen unvorhergesehener Umstände nicht wie geplant kommuniziert werden konnte. Verkehrsminister Schnieder will um Entlassung bitten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will Bundeskanzler Friedrich Merz um seine Entlassung bitten. „Mit diesem Schritt ziehe ich die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage und will zugleich den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht“, heißt es in einer Erklärung des CDU-Politikers an die Deutsche Presse-Agentur.  In der Erklärung Schnieders (CDU) heißt es weiter: „Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn stehen kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen an, die keinen Aufschub dulden. Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig.“ In der Erklärung Schnieders (CDU) heißt es weiter: „Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn stehen kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen an, die keinen Aufschub dulden. Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig.“ Schnieder hatte am Freitagmorgen in einer SMS an Bundestagsabgeordnete angekündigt, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihm am Donnerstag mitgeteilt habe, ihn zu entlassen. Der designierte Nachfolger Fritz Güntzler, der am Abend vorher schon zugesagt hatte, sagte aber wieder ab. Der CDU-Finanzexperte im Bundestag hatte über Nacht Zweifel an seiner fachlichen Eignung bekommen. Faktisch ist Schnieder damit weiter im Amt. Merz hatte am Freitag nur gesagt, dass es weitere Veränderungen im Kabinett geben werde, über die er „zu gegebener Zeit“ informieren werde.  Weiterer CDU-Politiker wirft Merz Willkür im Umgang mit Schnieder vor Nach dem CDU-Politiker Peter Altmaier hat auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, den Umgang von Friedrich Merz mit Verkehrsminister Patrick Schnieder kritisiert. „Die Abberufung von Verkehrsminister Schnieder erweckt den Eindruck von Willkür“, sagte Bäumler dem Handelsblatt. „Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie.“ Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), teilte auf der Plattform X kommentarlos eine kritische Nachricht des früheren Kanzleramtschefs Peter Altmaier (CDU) zum Umgang mit dem Parteifreund. Er kenne und schätze Patrick Schnieder seit anderthalb Jahrzehnten, schrieb Altmaier unter anderem. Das Vorgehen werde weder Schnieders Person noch seiner Leistung gerecht. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach äußerte sich ebenfalls kritisch. Er kenne zwar die Gründe nicht, die den Kanzler dazu bewogen hätten, Schnieder das Vertrauen zu entziehen. „Aber die Art und Weise macht mich sehr nachdenklich“, sagte Bosbach dem Handelsblatt. „Das hat Patrick nicht verdient.“ Auch in Schnieders Heimat stößt das Vorgehen des Kanzlers auf Empörung. „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös“, sagte Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, dem Berliner Tagesspiegel. „Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“ Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), teilte auf der Plattform X kommentarlos eine kritische Nachricht des früheren Kanzleramtschefs Peter Altmaier (CDU) zum Umgang mit dem Parteifreund. Er kenne und schätze Patrick Schnieder seit anderthalb Jahrzehnten, schrieb Altmaier unter anderem. Das Vorgehen werde weder Schnieders Person noch seiner Leistung gerecht. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach äußerte sich ebenfalls kritisch. Er kenne zwar die Gründe nicht, die den Kanzler dazu bewogen hätten, Schnieder das Vertrauen zu entziehen. „Aber die Art und Weise macht mich sehr nachdenklich“, sagte Bosbach dem Handelsblatt. „Das hat Patrick nicht verdient.“ Auch in Schnieders Heimat stößt das Vorgehen des Kanzlers auf Empörung. „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös“, sagte Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, dem Berliner Tagesspiegel. „Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“

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28. Juli
taz (Öko & Co)

Abschiebeflug nach Afghanistan: Jetzt trifft es auch die Nichtstraftäter

Abschiebeflug nach Afghanistan: Jetzt trifft es auch die Nichtstraftäter Deutschland schiebt 31 Menschen nach Afghanistan ab, darunter auch erstmals jemand ohne Straftat. Mehrere Hundert Menschen demonstrieren am Flughafen. Erstmals seit der Machtübernahme der Taliban hat Deutschland Menschen nach Afghanistan abgeschoben, die weder Straftäter noch Gefährder sind. Früh am Dienstagmorgen hob der Abschiebeflieger am Flughafen Leipzig/Halle ab. Laut MDR sollte die Maschine über Trabzon in der Türkei nach Kabul fliegen. Noch bevor die Bundesregierung den Flug offiziell bestätigte, gab sie der Bild-Zeitung Details preis. Demzufolge seien 31 afghanische Männer abgeschoben worden. Es handele sich „weit überwiegend um schwere und schwerste Straftäter“, aber auch um „einen ausreisepflichtigen afghanischen Staatsangehörigen, der keine Verurteilung als Straftäter zu verzeichnen hat“. Das teilte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der Boulevardzeitung mit. Zudem seien bereits vergangene Woche drei afghanische Straftäter, offenbar unter Nutzung von Linienflügen, abgeschoben worden. Damit erhöht sich die von der schwarz-roten Bundesregierung zu den Taliban abgeschobenen Afghanen auf 204. Der bayerische Flüchtlingsrat nannte die Abschiebung nach Kabul einen neuen „Tabubruch“. Pro Asyl hatte schon zuvor von „entgrenzten Abschiebungen“ gesprochen. Deal mit den Taliban Bei dem Flug am Dienstagmorgen handelt sich um die bisher sechste deutsche Sammelabschiebung, seit die Taliban im August 2021 wieder die Macht ergriffen. Den ersten führte noch die Ampelregierung durch, die fünf folgenden Schwarz-Rot. Die Grundlage für die Abschiebungen ist eine im Detail unbekannte Vereinbarung mit dem Taliban-Regime von Anfang 2026, die in Kabul von Beamten des Bundesinnenministeriums verhandelt und im Juni ergänzt wurde. Der Deal soll erlauben, dass Sammelabschiebungen nach Kabul per Charterflug „massiv hochgefahren“ werden, auf bis zu drei solcher Flüge pro Monat, wie das BMI bestätigt hat. Vorige Woche war über einen Erlass des hessischen Innenministeriums eine Mitteilung der Bundespolizei an die Bundesländer von Anfang Juli bekannt geworden, die die bisherige Beschränkung bei Abschiebungen auf Straftäter und Gefährder aufhebt. In dem Erlass wurden die für Abschiebungen zuständigen Behörden aufgefordert, bis zum 20. Juli die laufenden Abschiebevorgänge zu prüfen und „weitere danach in Betracht kommende Personen“ zu melden. Gleichzeitig, so die Bundesregierung weiter, bleiben die bisher bestehenden Kriterien – „männlich, volljährig, alleinstehend und vollziehbar ausreisepflichtig“ – bestehen. Die Bundesregierung beginnt damit umzusetzen, was sie in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt hatte: Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufzunehmen, „beginnend mit Straftätern und Gefährdern“, was bereits implizierte, dass es bei diesen Gruppen nicht bleiben werde. Proteste gegen die Abschiebung Mittlerweile erklärten sieben Bundesländer, bei der Ausweitung der Abschiebungen mitziehen zu wollen: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Fast überall regieren dort CDU-geführte Koalitionen, mit Ausnahme Brandenburgs mit einer rot-schwarzen Koalition und der SPD-Alleinregierung in Saarbrücken. Weitere Bundesländer – darunter die bisherigen Hauptabschieber nach Afghanistan, Bayern und Baden-Württemberg – hielten es wohl nicht für notwendig, eine entsprechende Erklärung abzugeben. Der Flieger in Leipzig/Halle war laut MDR auf einem nur schwer einsehbaren Platz geparkt. Grund war offenbar, dass ein antirassistisches Bündnis zu Protesten aufgerufen hatte. Daran beteiligten sich am späten Montagabend 260 Menschen, die unter starker Polizeibegleitung zur Abflughalle des Flughafens zogen. Eine Sprecherin des Bündnisses sagte dem MDR: „Während von allen Seiten islamistische Gewalt in Bezug auf den CSD verurteilt wird, unterstützt die Bundesregierung mit ihren Deals die islamistischen Taliban.“ Die verüben weiter systematisch Gewalt gegen die afghanische Bevölkerung, vor allem Frauen und Mädchen, aber auch gegen Zwangsrückkehrer. Am Dienstag sollte in der Leipziger Innenstadt eine weitere Demonstration stattfinden. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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28. Juli
Tagesschau

Deutschland schiebt erneut Menschen nach Afghanistan ab

Flug in Leipzig/Halle gestartet 31 Afghanen abgeschoben - "überwiegend" Straftäter Erneut sind Afghanen per Charterflug in ihre Heimat abgeschoben worden. Laut Innenminister Dobrindt handelte es sich überwiegend um Straftäter. Auf eine Person trifft diese Beschreibung aber nicht zu - was für Diskussionen sorgt. Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt 31 Menschen aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Nach Informationen des MDR startete die Maschine in der Nacht vom Flughafen Leipzig/Halle. Bei den Abgeschobenen habe es sich um "überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren", gehandelt, sagte Dobrindt am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter gehandelt habe. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. Sachsens Innenminister Armin Schuster erklärte, bisher hätten sich Bund und Länder "auf schwere Straftäter konzentriert". Nun aber werde "aufgrund der Verstetigung der Kreis auf alle Straftäter ausgedehnt". Zudem sollen ausreisepflichtige Menschen, "die bisher keine Integrationsleistung gezeigt haben, im Sozialbezug stehen oder bei der Identitätsklärung nicht mitwirken“, abgeschoben werden, so der CDU-Politiker. Dobrindt will "klare Kante" zeigen Der CSU-Politiker Dobrindt verteidigte die Abschiebung eines nicht straffällig gewordenen Afghanen. "Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben", sagte der Innenminister. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die "Migrationswende" werde "mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante" vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. "Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan." Grüne sprechen von "gefährlichem Irrweg" Kritik kommt unter anderem von den Grünen. "Es ist unverantwortlich, dass Alexander Dobrindt inzwischen selbst Menschen nach Afghanistan abschiebt, die sich hier überhaupt nichts zu Schulden kommen lassen haben", sagte der innenpolitische Fraktionssprecher Marcel Emmerich. "In Afghanistan herrscht eine radikal-islamistische Terrororganisation. Sie entrechtet Frauen und Mädchen, unterdrückt die Bevölkerung und verfolgt politische Gegner bis in den Tod." Dass Dobrindt einen "dreckigen Deal" für Abschiebungen geschlossen habe, stärke die Taliban, "macht uns erpressbar und schwächt Deutschlands eigene Sicherheit", so Emmerich. Die Bundesregierung gehe mit dieser Afghanistanpolitik "einen gefährlichen Irrweg." UN-Behörde: Rückkehr für Männer möglich, für Frauen nicht Wiebke Judith, Rechtspolitische Sprecherin der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, sagte in der tagesschau, es sei "ein Zeichen für eine gewisse Enthemmung der Asyl- und Migrationspolitik der Bundesregierung", wenn nun auch Menschen abgeschoben würden, denen keinerlei Straftaten vorgeworfen würden. Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen (IOM) hält eine Rückkehr von Männern nach Afghanistan grundsätzlich wieder für möglich. Die Sicherheitslage dort habe sich "deutlich verbessert", sagte IOM-Landeschefin Mihyung Park dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Frauen rate sie dagegen ausdrücklich von der Rückkehr ab. Afghanistan sei kein Ort, an dem Frauen frei leben oder sich eine Zukunft aufbauen können, sagte Park weiter. Demonstranten forderten am Flughafen Leipzig/Halle ein Ende der Abschiebungen. Proteste am Flughafen Leipzig/Halle In der Abflughalle des Flughafens Leipzig/Halle kamen am späten Montagabend nach Angaben des Ordnungsamts 250 Menschen zu einer Kundgebung gegen den Abschiebeflug zusammen. An dem Protest beteiligten sich auch mehrere Afghanen. Begleitet wurde die Aktion von einem großen Polizeiaufgebot. Dobrindt kritisierte diesen Protest. Demonstrationen seien zwar ein Grundrecht, er habe aber "nur sehr geringes Verständnis dafür, dass man bei Abschiebungen von schwersten Straftätern (...) dann hier zu solchen Aktionen greift".

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28. Juli
Handelsblatt

Rückführungen: Deutschland schiebt 31 Männer nach Afghanistan ab

Rückführungen: Deutschland schiebt 31 Männer nach Afghanistan ab Leipzig/Halle/Kabul. Deutschland hat 31 Afghanen per Charterflug in ihr Heimatland abgeschoben. Die Männer seien „vollziehbar ausreisepflichtig“, schrieb das Bundesinnenministerium auf der Plattform X. Innenminister Alexander Dobrindt sagte am Rande einer Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz, es habe sich um „überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren“, gehandelt. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. Dobrindt: Migrationswende „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ „Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben“, sagte Dobrindt. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die Migrationswende werde „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. „Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan.“ Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums kamen acht der Abgeschobenen aus Bayern. Grundlage für Abschiebung ist Vereinbarung mit Taliban Nach dpa-Informationen startete der Flieger in der Nacht zum Dienstag vom Flughafen Leipzig/Halle. Augenzeugen am Flughafen in Kabul berichten von mehreren Familien, die auf ihre Angehörigen warteten. Wie Beamte den Wartenden vor Ort erklärten, sollten die Abgeschobenen nach ihrer Ankunft Verfahren durch die regierenden Taliban durchlaufen – darunter Verhöre. Danach könnten sie gegebenenfalls nach Zusicherungen durch die Familien freigelassen werden. Grundlage für die Abschiebung ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht. Kritiker bemängeln Kooperation mit Taliban Anfang Juni war eine ursprünglich für Ende Mai vorbereitete Sammelabschiebung von ausreisepflichtigen Männern nach Afghanistan abgesagt worden, weil die Taliban-Machthaber nicht kooperierten. Nach dpa-Informationen wurde der Flug abgesagt, nachdem sich die islamistischen Herrscher in Kabul unzufrieden gezeigt hatten über die aus ihrer Sicht mangelnde Gesprächsbereitschaft von Vertretern des Auswärtigen Amts. Die Taliban sind vor allem daran interessiert, mehr Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland zu entsenden. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung die Taliban einerseits wegen deren Menschenrechtsverletzungen – insbesondere was Frauen betrifft – nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht. Dazu zählt die Erlaubnis zur Entsendung einzelner Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland, an denen zuvor ausschließlich Diplomaten gearbeitet hatten, die noch von der Vorgängerregierung dorthin entsandt worden waren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Freitag eine Ausweitung der Abschiebepraxis nach Afghanistan gegen Kritik verteidigt. „Wer ein Asylverfahren negativ durchlaufen hat, verpflichtend ausreisepflichtig ist, der muss natürlich auch damit rechnen, dass diese Ausreise dann auch erwirkt wird, wenn sie nicht freiwillig vollzogen wird“, sagte der CSU-Politiker. Die UN-Migrationsbehörde (IOM) hält eine Rückkehr afghanischer Männer in ihr Heimatland in Bezug auf die Sicherheitslage für möglich. „Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich deutlich verbessert, das ist schlicht eine objektive Tatsache“, sagte IOM-Landeschefin Mihyung Park dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Frauen rate sie dagegen ausdrücklich von der Rückkehr ab. Afghanistan sei kein Ort, an dem Frauen frei leben oder sich eine Zukunft aufbauen können, sagte Park weiter. Verwandte Themen Schwere humanitäre Krise in Afghanistan Afghanistan durchläuft derzeit eine schwere humanitäre Krise. Mindestens 3,7 Millionen Kleinkinder und 1,2 Millionen schwangere oder stillende Mütter gelten als akut mangelernährt. In fast allen Provinzen des Landes sehen Experten kritischen Hunger. Jahrelange Dürren und Erdbeben verschärfen die Situation. Zudem erschwert massive Immigration die Lage: Allein aus den Nachbarländern Iran und Pakistan sind seit Sommer 2021 nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) insgesamt knapp 3,9 Millionen Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt. Mehr als 90 Prozent der Rückkehrer leben nach Angaben des UNHCR von weniger als 5 US-Dollar am Tag.

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28. Juli
Die Zeit (Politik)

Abschiebung nach Afghanistan: Abschiebeflug mit 31 Afghanen von Leipzig/Halle nach Kabul gestartet

Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 31 Menschen aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Es handle sich um »überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren«, sagte Dobrindt am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie haben versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. »Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch künftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben«, sagte Dobrindt. Augenzeugen am Flughafen in Kabul berichten von mehreren Familien, die auf ihre Angehörigen warteten. Wie Beamte den Wartenden vor Ort erklärten, würden die Abgeschobenen nach ihrer Ankunft den Prozess durch die regierenden Taliban durchlaufen – darunter Verhöre. Danach könnten sie gegebenenfalls nach Zusicherungen durch die Familien freigelassen werden. »Wer ein Asylverfahren negativ durchlaufen hat, ist begründet ausreisepflichtig« Dobrindt hatte eine Ausweitung der Abschiebepraxis nach Afghanistan gegen Kritik verteidigt. »Wer ein Asylverfahren negativ durchlaufen hat, ist begründet ausreisepflichtig, der muss natürlich auch damit rechnen, dass diese Ausreise dann auch erwirkt wird, wenn sie nicht freiwillig vollzogen wird«, sagte der CSU-Politiker. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik, sagte Dobrindt weiter. Die Wende in der Migrationspolitik werde »mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante« vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. »Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan.« Anfang Juni war eine ursprünglich für Ende Mai vorbereitete Sammelabschiebung von ausreisepflichtigen Männern nach Afghanistan abgesagt worden, weil die Taliban-Machthaber nicht kooperierten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der Flug abgesagt, nachdem sich die islamistischen Herrscher in Kabul unzufrieden über die aus ihrer Sicht mangelnde Gesprächsbereitschaft von Vertretern des Auswärtigen Amts gezeigt hatten. Die Taliban sind vor allem daran interessiert, mehr Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland zu entsenden. UN-Migrationsbehörde rät Frauen von der Rückkehr ab Knapp fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan hält die UN-Migrationsbehörde (IOM) eine Rückkehr afghanischer Männer in ihr Heimatland in Bezug auf die Sicherheitslage für möglich. »Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich deutlich verbessert, das ist schlicht eine objektive Tatsache«, sagte IOM-Landeschefin Mihyung Park dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Frauen raten sie ausdrücklich von der Rückkehr ab. Afghanistan sei kein Ort, an dem Frauen frei leben oder sich eine Zukunft aufbauen könnten, sagte Park. Abschiebungen aus Ländern wie Deutschland machen nur einen Bruchteil der Rückkehrer nach Afghanistan aus. Allein aus den Nachbarländern Iran und Pakistan sind seit Sommer 2021 nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) insgesamt knapp 3,9 Millionen Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt.

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28. Juli
Der Spiegel (Politik)

Afghanistan: Deutschland schiebt 30 Straftäter ab

Von Leipzig-Halle nach Kabul Deutschland schiebt 30 Straftäter nach Afghanistan ab Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 31 Menschen aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Es habe sich um »überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren«, gehandelt, sagte Dobrindt. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. »Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben«, sagte Dobrindt. Augenzeugen am Flughafen in Kabul berichten der Nachrichtenagentur dpa zufolge von mehreren Familien, die auf ihre Angehörigen warteten. Wie Beamte den Wartenden vor Ort erklärten, würden die Abgeschobenen nach ihrer Ankunft Verfahren durch die regierenden Taliban durchlaufen – darunter Verhöre. Danach könnten sie gegebenenfalls nach Zusicherungen durch die Familien freigelassen werden. Grundlage für die Abschiebung ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht. Kritik an Kooperation mit Taliban Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Deutschland Abschiebungen nach Afghanistan nicht mehr auf Straftäter oder Gefährder beschränkt. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) bestätigte der dpa, der Bund habe die Voraussetzungen dafür geschaffen, »dass zukünftig regelhafte Abschiebungen von Ausreisepflichtigen nach Afghanistan möglich sind«. Schwerpunkt Hessens werde weiter die Abschiebung von Straftätern und Gefährdern sein. Am Donnerstag kündigten auch Brandenburg und Sachsen gegenüber der dpa an, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Der Fokus liege aber jeweils weiter auf Straftätern, heißt es. Bundesinnenminister Dobrindt hatte am Freitag eine Ausweitung der Abschiebepraxis nach Afghanistan gegen Kritik verteidigt: »Wer ein Asylverfahren negativ durchlaufen hat, verpflichtend ausreisepflichtig ist, der muss natürlich auch damit rechnen, dass diese Ausreise dann auch erwirkt wird, wenn sie nicht freiwillig vollzogen wird.« Seien Sie dabei, wenn Deutschland spricht. Treffen Sie am 30. August jemanden, der anders denkt als Sie: Der SPIEGEL ist Teil einer bundesweiten Medieninitiative, die Menschen mit unterschiedlichen Ansichten in persönlichen Eins-zu-Eins-Gesprächen zusammenbringt. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung die Taliban einerseits wegen deren Menschenrechtsverletzungen – insbesondere gegen Frauen – nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht. Dazu zählt die Erlaubnis zur Entsendung einzelner Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland, an denen zuvor ausschließlich Diplomaten gearbeitet hatten, die noch von der Vorgängerregierung dorthin entsandt worden waren. Lesen Sie auch: Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Die Bundesregierung durfte Aufnahmeprogramme für schutzbedürftige Afghanen nicht generell beenden. Jetzt müssen Visa erteilt oder Ablehnungen individuell begründet werden .

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28. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Dobrindt verkündet Abschiebung von 31 Afghanen

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates AfD-Bundesvorstand geht gegen NRW-Chef Vincentz vor CDU-Landtagsfraktion aus Mainz sagt Treffen mit Merz ab Hoppermann ist neue CDU-Generalsekretärin  Mittelstandsbeauftragte Connemann folgt auf Amthor im Digitalministerium Steffen Bilger soll neuer Verkehrsminister werden Innenminister Dobrindt verkündet: 31 Afghanen abgeschoben Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 31 vor allem Kriminelle aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Es habe sich um „überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren“, gehandelt, sagte Dobrindt am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. „Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben“, sagte Dobrindt. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die Migrationswende werde „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. „Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan“, so Dobrindt. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie habe versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. „Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben“, sagte Dobrindt. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik. Die Migrationswende werde „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. „Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan“, so Dobrindt. Merz erwartet Ende der CDU-Personaldebatte nach Neuwahl der Fraktionsführung Bundeskanzler Friedrich Merz hofft, dass die Personaldebatte in der CDU mit der Neuwahl der Unionsfraktionsführung im Bundestag beendet sein wird. Am Mittwoch werde es eine Kabinettssitzung und eine Fraktionssitzung geben, sagte Merz auf Nachfrage bei einem Besuch in Dublin. "Ich gehe fest davon aus, dass nach der Fraktionssitzung alle Entscheidungen getroffen sind und akzeptiert werden." Zuvor hatte es deutliche Kritik an den Personalentscheidungen von Merz gegeben, vor allem an der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Zuvor hatte es deutliche Kritik an den Personalentscheidungen von Merz gegeben, vor allem an der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Luzia Geier Ex-Verfassungsgerichtspräsident würde Fünf-Prozent-Hürde senken Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen für nicht mehr zeitgemäß. „Ich plädiere dafür, die Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent abzusenken“, sagte er dem Tagesspiegel. Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht jede Sperrklausel als verfassungswidrig erklärt, „als unvereinbar mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Das ist Anlass genug zu prüfen, ob die hohe Fünf-Prozent-Hürde für Bundestag und Landtage noch angemessen ist“, argumentierte der Jurist. Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Bundestagswahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen „unter den Tisch gefallen“, weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier. „Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos. Ist das zwingend notwendig, um das Parlament funktionsfähig zu erhalten und eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Ich meine Nein.“ Eine vitale Demokratie lebe davon, dass neue Parteien entstehen können. Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht jede Sperrklausel als verfassungswidrig erklärt, „als unvereinbar mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Das ist Anlass genug zu prüfen, ob die hohe Fünf-Prozent-Hürde für Bundestag und Landtage noch angemessen ist“, argumentierte der Jurist. Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Bundestagswahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen „unter den Tisch gefallen“, weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier. „Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos. Ist das zwingend notwendig, um das Parlament funktionsfähig zu erhalten und eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Ich meine Nein.“ Eine vitale Demokratie lebe davon, dass neue Parteien entstehen können. „Mit der Fünf-Prozent-Hürde ist es sehr schwer, eine Partei zu gründen, aufzubauen und zu erhalten. Das führt zur Gefahr der parteipolitischen Versteinerung.“Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier Mehr Parteien im Parlament bedeuteten mehr, nicht weniger Demokratie. „Eine Drei-Prozent-Sperrklausel würde mehr Bürger im Parlament repräsentieren, den Bundestag diverser machen, das Vertrauen in die Demokratie stärken. Und: Konkurrenz belebt das politische Geschäft.“ Lorenz Zeck Staatssekretär im Gesundheitsministerium kritisiert Merz nach Entlassung Tino Sorge (CDU) soll als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit entlassen werden und kritisiert den Stil des Kanzlers. In einem Statement auf der Plattform X schreibt er: „Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme ich zur Kenntnis. Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage.“ Außerdem schreibt Sorge, es bleibe zu hoffen, dass die Entlassung „einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen“. AfD-Bundesvorstand geht gegen NRW-Chef Vincentz vor Der Machtkampf zwischen der AfD-Bundesspitze und dem nordrhein-westfälischen Landeschef Martin Vincentz geht in eine neue Runde. Der Bundesvorstand eröffnete ein Parteiordnungsverfahren gegen Vincentz und weitere Vertreter des Landesvorstands. Das bestätigte ein Sprecher der AfD in Berlin. Ein Sprecher der AfD NRW sagte auf dpa-Anfrage, dass man dem Verfahren „mit größter Gelassenheit“ entgegenblicke. Man habe sich nichts vorzuwerfen und freue sich darauf, die Argumentation des Bundesvorstands zu entkräften.  Hintergrund ist der Streit über die Aufstellung der AfD-Landesliste für die NRW-Landtagswahl 2027. Dabei war vor eineinhalb Wochen der Machtkampf zwischen dem als gemäßigt geltenden Lager um Parteichef Vincentz und einem äußerst rechten Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eskaliert. Letztlich setzte sich das Lager von Vincentz bei dem von Tumulten und Beschimpfungen begleiteten Parteitag weitgehend durch. Aber auch der Streit mit der AfD-Bundesspitze spitzte sich im Zuge der Listenaufstellung zu. Nachdem die Berliner Parteiführung um Alice Weidel und Tino Chrupalla vergebens den Abbruch des NRW-Parteitags gefordert hatte, beantragte die Landespartei beim Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze. Dieser Eilantrag steht nun im Zentrum des Parteiordnungsverfahrens. Nach Ansicht des Bundesvorstands hätte Vincentz zunächst das Bundesschiedsgericht der AfD anrufen müssen und nicht das Landgericht Düsseldorf. Außerdem habe Vincentz nicht wie angekündigt nach der Beilegung des Streits um die Aufstellung der Kandidatenliste den Antrag zurückgezogen. Hintergrund ist der Streit über die Aufstellung der AfD-Landesliste für die NRW-Landtagswahl 2027. Dabei war vor eineinhalb Wochen der Machtkampf zwischen dem als gemäßigt geltenden Lager um Parteichef Vincentz und einem äußerst rechten Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eskaliert. Letztlich setzte sich das Lager von Vincentz bei dem von Tumulten und Beschimpfungen begleiteten Parteitag weitgehend durch. Aber auch der Streit mit der AfD-Bundesspitze spitzte sich im Zuge der Listenaufstellung zu. Nachdem die Berliner Parteiführung um Alice Weidel und Tino Chrupalla vergebens den Abbruch des NRW-Parteitags gefordert hatte, beantragte die Landespartei beim Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze. Dieser Eilantrag steht nun im Zentrum des Parteiordnungsverfahrens. Nach Ansicht des Bundesvorstands hätte Vincentz zunächst das Bundesschiedsgericht der AfD anrufen müssen und nicht das Landgericht Düsseldorf. Außerdem habe Vincentz nicht wie angekündigt nach der Beilegung des Streits um die Aufstellung der Kandidatenliste den Antrag zurückgezogen. CDU-Landtagsfraktion aus Mainz sagt Treffen mit Merz ab Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion hat den Umgang von Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz mit Patrick Schnieder als Bundesverkehrsminister scharf kritisiert und deshalb ein für September avisiertes Treffen mit Merz abgesagt. „Ein persönlicher Austausch zwischen der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz und Ihnen setzt aus unserer Sicht ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung voraus, was durch die aktuelle Situation so leider nicht gegeben ist.“CDU-Fraktionschef Christoph Gensch Zuerst hatte der Podcast „Machtwechsel“ über das Schreiben berichtet. Merz sagte in Berlin: „Ich gehe mal davon aus, dass sich die Wogen bis zum September wieder etwas geglättet haben und dass ich selbstverständlich dann auch die Landtagsfraktion aus Rheinland-Pfalz sehe.“ Im Augenblick gebe es gerade in diesem Landesverband eine verständliche Aufregung, „aber ich werde das auch nochmal erläutern“. Er werde auch mit Patrick Schnieder und seinem Bruder Gordon weiter sprechen. Gordon Schnieder ist Ministerpräsident und CDU-Landeschef in Rheinland-Pfalz. Merz äußerte sich in Berlin über die Hängepartie bei der Neubesetzung an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. „Die Situation, die dadurch entstanden ist, bedauere ich persönlich sehr“, sagte er. Wie der Unmut über Merz in der CDU wächst, beschreiben Henrike Roßbach und Georg Ismar: Merz äußerte sich in Berlin über die Hängepartie bei der Neubesetzung an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. „Die Situation, die dadurch entstanden ist, bedauere ich persönlich sehr“, sagte er. Wie der Unmut über Merz in der CDU wächst, beschreiben Henrike Roßbach und Georg Ismar: Ex-Nationalspielerin Keßler als Staatsministerin für Sport nicht bestätigt Nicht nur Ministerien werden von Bundeskanzler Friedrich Merz gerade neu besetzt, auch diverse andere Regierungsvertreter bekommen neue Aufgaben. Das Handelsblatt berichtet, dass Merz die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler auf den Posten der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt berufen würde. Auf der Pressekonferenz am Montagmittag will er diese Personalie allerdings noch nicht bestätigen. Diese Neubesetzung erfolge zu einem späteren Zeitpunkt, so der Kanzler. Fest steht aber: Christiane Schenderlein (CDU), die bislang zuständig war, wechselt als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium.  Hoppermann ist neue CDU-Generalsekretärin Die Bundestagsabgeordnete und bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann ist neue Generalsekretärin ihrer Partei. Der Bundesvorstand hat sie auf Vorschlag des CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlers Friedrich Merz einstimmig zur Nachfolgerin von Carsten Linnemann gewählt, der als Bundesgesundheitsminister vorgesehen ist. Die Hamburgerin ist damit kommissarisch im Amt, bis sie auf dem nächsten Parteitag bestätigt wird. Bei einer Pressekonferenz mit Merz bedankte sich Hoppermann für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei der Stelle des CDU-Generalsekretärs hätten „herausragende Persönlichkeiten große Spuren hinterlassen“, sagt sie, und der Job sei für sie eine große Ehre.  Bislang war Hoppermann Bundesschatzmeisterin und damit zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche Pandemien vorzubereiten. Bislang war Hoppermann Bundesschatzmeisterin und damit zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche Pandemien vorzubereiten. Mittelstandsbeauftragte Connemann folgt auf Amthor im Digitalministerium Die Parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretärin Gitta Connemann wechselt im Rahmen der Personalrochade der CDU ins Digitalministerium. Connemann ist auch Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der Union (MIT). Diese Funktion werde sie mitnehmen, kündigte Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz auf einer Pressekonferenz an. Digitalminister Karsten Wildberger hatte vergangene Woche seinen Parlamentarischen Staatssekretär Philipp Amthor verloren, der als Bund-Länder-Koordinator ins Kanzleramt wechselt. Connemanns Nachfolger im Wirtschaftsressort wird der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.  Gitta Connemann (CDU). Katharina Kausche/dpa Merz könnte am Mittag neue Parteiführung bekannt geben Nach den von Bundeskanzler Friedrich Merz vorgenommenen Personalwechseln in Kabinett, Kanzleramt und Bundestagsfraktion ist nun die Partei an der Reihe. Es wird erwartet, dass der CDU-Chef in einer Pressekonferenz um 12 Uhr bekanntgeben wird, wer den künftigen Gesundheitsminister Carsten Linnemann auf dem Posten des CDU-Generalsekretärs ablösen soll. Dafür gilt in der Union seit einigen Tagen die bisherige Schatzmeisterin Franziska Hoppermann als gesetzt. Eine offizielle Bestätigung gab es allerdings noch nicht. Luzia Geier Bundesumweltminister: Waldbrände mahnen zu „Vorfahrt“ für Klimaschutz Angesichts der Waldbrände in Westeuropa mahnt Bundesumweltminister Carsten Schneider dringend, den Klimaschutz voranzubringen. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, sagte der SPD-Politiker. Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite Solidarität. „Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden“, betonte Schneider.  „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“Bundesumweltminister Carsten Schneider Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat. „Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue Realität“, betonte Schneider. „Zur Lösung gehört auch der Umbau unserer Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder und ein Paradigmenwechsel mit Blick auf unseren Umgang mit Wasser. Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, national und international.“ Über das Wochenende hatte sich die Brände im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs zugespitzt. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch dort rund 220 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42 000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Zugleich wüten Waldbrände in Spanien. Steffen Bilger soll neuer Verkehrsminister werden Noch ist Steffen Bilger, 47, Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, nun soll er als Nachfolger von Patrick Schnieder an die Spitze des Verkehrsministeriums aufrücken. Bundeskanzler Merz werde ihn der Bundestagsfraktion als neuen Ressortchef vorschlagen, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur. Bilger gilt als erfahrener Verkehrsexperte. Der Schwabe saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss des Parlaments und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, damals unter dem Ressortchef Andreas Scheuer (CSU). Bilger sitzt seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ludwigsburg in Baden-Württemberg im Bundestag. Er gilt als jemand, der einem Ministerjob gewachsen und fachlich geeignet ist. Für sein solides Fraktionsmanagement in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition bekommt er viel Lob und Anerkennung aus der Union. Bereits vergangenen Donnerstag hatte Merz den bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder informiert, dass er einen Wechsel im Ministeramt plane. Doch der designierte Nachfolger Fritz Güntzler sagte dem Kanzler kurzfristig ab und Schnieder blieb zunächst im Amt. Am Sonntag hat Schnieder dann selbst angekündigt, dass er Merz um seine Entlassung bitten wolle. Laut Regierungssprecher Kornelius habe Kanzler Merz Schnieder in einem Telefongespräch am Sonntag erneut für die geleistete Arbeit gedankt und sein Bedauern ausgedrückt, dass der Amtswechsel wegen unvorhergesehener Umstände nicht wie geplant kommuniziert werden konnte. Bilger gilt als erfahrener Verkehrsexperte. Der Schwabe saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss des Parlaments und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, damals unter dem Ressortchef Andreas Scheuer (CSU). Bilger sitzt seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ludwigsburg in Baden-Württemberg im Bundestag. Er gilt als jemand, der einem Ministerjob gewachsen und fachlich geeignet ist. Für sein solides Fraktionsmanagement in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition bekommt er viel Lob und Anerkennung aus der Union. Bereits vergangenen Donnerstag hatte Merz den bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder informiert, dass er einen Wechsel im Ministeramt plane. Doch der designierte Nachfolger Fritz Güntzler sagte dem Kanzler kurzfristig ab und Schnieder blieb zunächst im Amt. Am Sonntag hat Schnieder dann selbst angekündigt, dass er Merz um seine Entlassung bitten wolle. Laut Regierungssprecher Kornelius habe Kanzler Merz Schnieder in einem Telefongespräch am Sonntag erneut für die geleistete Arbeit gedankt und sein Bedauern ausgedrückt, dass der Amtswechsel wegen unvorhergesehener Umstände nicht wie geplant kommuniziert werden konnte. Verkehrsminister Schnieder will um Entlassung bitten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will Bundeskanzler Friedrich Merz um seine Entlassung bitten. „Mit diesem Schritt ziehe ich die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage und will zugleich den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht“, heißt es in einer Erklärung des CDU-Politikers an die Deutsche Presse-Agentur.  In der Erklärung Schnieders (CDU) heißt es weiter: „Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn stehen kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen an, die keinen Aufschub dulden. Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig.“ In der Erklärung Schnieders (CDU) heißt es weiter: „Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn stehen kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen an, die keinen Aufschub dulden. Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig.“ Schnieder hatte am Freitagmorgen in einer SMS an Bundestagsabgeordnete angekündigt, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihm am Donnerstag mitgeteilt habe, ihn zu entlassen. Der designierte Nachfolger Fritz Güntzler, der am Abend vorher schon zugesagt hatte, sagte aber wieder ab. Der CDU-Finanzexperte im Bundestag hatte über Nacht Zweifel an seiner fachlichen Eignung bekommen. Faktisch ist Schnieder damit weiter im Amt. Merz hatte am Freitag nur gesagt, dass es weitere Veränderungen im Kabinett geben werde, über die er „zu gegebener Zeit“ informieren werde.  Weiterer CDU-Politiker wirft Merz Willkür im Umgang mit Schnieder vor Nach dem CDU-Politiker Peter Altmaier hat auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, den Umgang von Friedrich Merz mit Verkehrsminister Patrick Schnieder kritisiert. „Die Abberufung von Verkehrsminister Schnieder erweckt den Eindruck von Willkür“, sagte Bäumler dem Handelsblatt. „Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie.“ Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), teilte auf der Plattform X kommentarlos eine kritische Nachricht des früheren Kanzleramtschefs Peter Altmaier (CDU) zum Umgang mit dem Parteifreund. Er kenne und schätze Patrick Schnieder seit anderthalb Jahrzehnten, schrieb Altmaier unter anderem. Das Vorgehen werde weder Schnieders Person noch seiner Leistung gerecht. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach äußerte sich ebenfalls kritisch. Er kenne zwar die Gründe nicht, die den Kanzler dazu bewogen hätten, Schnieder das Vertrauen zu entziehen. „Aber die Art und Weise macht mich sehr nachdenklich“, sagte Bosbach dem Handelsblatt. „Das hat Patrick nicht verdient.“ Auch in Schnieders Heimat stößt das Vorgehen des Kanzlers auf Empörung. „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös“, sagte Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, dem Berliner Tagesspiegel. „Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“ Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), teilte auf der Plattform X kommentarlos eine kritische Nachricht des früheren Kanzleramtschefs Peter Altmaier (CDU) zum Umgang mit dem Parteifreund. Er kenne und schätze Patrick Schnieder seit anderthalb Jahrzehnten, schrieb Altmaier unter anderem. Das Vorgehen werde weder Schnieders Person noch seiner Leistung gerecht. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach äußerte sich ebenfalls kritisch. Er kenne zwar die Gründe nicht, die den Kanzler dazu bewogen hätten, Schnieder das Vertrauen zu entziehen. „Aber die Art und Weise macht mich sehr nachdenklich“, sagte Bosbach dem Handelsblatt. „Das hat Patrick nicht verdient.“ Auch in Schnieders Heimat stößt das Vorgehen des Kanzlers auf Empörung. „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös“, sagte Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, dem Berliner Tagesspiegel. „Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“ Arbeitgeber fordern Korrekturen bei Rentenreform Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor zusätzlichen zweistelligen Milliardenkosten durch die noch für dieses Jahr angekündigte Reform der Rente. „Und dafür klopft sich die Regierung auf die Schulter“, sagte Dulger der Deutschen Presse-Agentur. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) hatten die komplette Umsetzung umfassender Expertenvorschläge zur Rente angekündigt. Dulger pocht demgegenüber auf Korrekturen. Teil der Reform soll eine neue Kapitalrente sein, für die Arbeitgeber und Beschäftigte zusätzlich zum normalen Rentenbeitrag zwei Prozent des Bruttoeinkommens zahlen sollen. Dieser Beitrag soll nach einer 2028 beginnenden Übergangsphase voll greifen. Davon soll Kapital in individuellen Versichertenkonten aufgebaut werden, angelegt auf dem Kapitalmarkt. Ab 2040 soll durch die erwirtschafteten Erträge das Rentenniveau steigen, sogar über den heutigen Wert von 48 Prozent. Bereits nach Vorstellung der Pläne hatte Dulger vor einer Mehrbelastung von mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr für Unternehmen und Beschäftigte gewarnt. Mehr zu den Vorschlägen der Rentenkommission können Sie in diesem Text lesen: Teil der Reform soll eine neue Kapitalrente sein, für die Arbeitgeber und Beschäftigte zusätzlich zum normalen Rentenbeitrag zwei Prozent des Bruttoeinkommens zahlen sollen. Dieser Beitrag soll nach einer 2028 beginnenden Übergangsphase voll greifen. Davon soll Kapital in individuellen Versichertenkonten aufgebaut werden, angelegt auf dem Kapitalmarkt. Ab 2040 soll durch die erwirtschafteten Erträge das Rentenniveau steigen, sogar über den heutigen Wert von 48 Prozent. Bereits nach Vorstellung der Pläne hatte Dulger vor einer Mehrbelastung von mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr für Unternehmen und Beschäftigte gewarnt. Mehr zu den Vorschlägen der Rentenkommission können Sie in diesem Text lesen:

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28. Juli
Die Welt (Politik)

Deutschland schiebt erstmals einen Afghanen ohne Vorstrafe ab

Deutschland schiebt erstmals einen Afghanen ohne Vorstrafe ab Mit einem Charterflug hat Deutschland 31 Afghanen zurück in ihr Heimatland gebracht. Sie sollen unter anderem wegen Totschlags, versuchtem Mord, Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch von Kindern verurteilt worden sein. Einer von ihnen hatte keine Vorstrafe. Deutschland hat erneut Afghanen per Charterflug in ihr Heimatland abgeschoben. Der Flieger startete in der Nacht zum Dienstag vom Flughafen Leipzig/Halle. Das sächsische Innenministerium bestätigte eine Abschiebung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von „schweren und schwersten Straftätern“. Die Liste der Delikte reicht laut „Bild“ von Totschlag und versuchtem Mord über besonders schweren Raub bis hin zu Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch von Kindern und schweren Körperverletzungen. Insgesamt wurden 31 Personen abgeschoben. 30 davon waren Straftäter, ein Afghane sei ohne Vorstrafe abgeschoben worden. Der Mann sei nach Abschluss seines Asylverfahrens ausreisepflichtig gewesen, sagte Dobrindt. Er habe versucht, in einem anderen europäischen Land unterzukommen, und habe sich dort illegal aufgehalten. Daraufhin sei er nach Deutschland zurücküberstellt und abgeschoben worden. „Ich halte das für richtig und sinnvoll, genau in dieser Vorgehensweise auch mit dieser Thematik umzugehen.“ Augenzeugen am Flughafen in Kabul berichten von mehreren Familien, die auf ihre Angehörigen warteten. Wie Beamte vor Ort erklärten, würden die Abgeschobenen nach ihrer Ankunft Verfahren durch die regierenden Taliban durchlaufen – darunter Verhöre. Danach könnten sie gegebenenfalls nach Zusicherungen durch die Familien freigelassen werden. Grundlage für die Abschiebung ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht. Kritiker bemängeln Kooperation mit Taliban Anfang Juni war eine ursprünglich für Ende Mai vorbereitete Sammelabschiebung von ausreisepflichtigen Männern nach Afghanistan abgesagt worden, weil die Taliban-Machthaber nicht kooperierten. Nach dpa-Informationen wurde der Flug abgesagt, nachdem sich die islamistischen Herrscher in Kabul unzufrieden gezeigt hatten über die aus ihrer Sicht mangelnde Gesprächsbereitschaft von Vertretern des Auswärtigen Amts. Die Taliban sind vor allem daran interessiert, mehr Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland zu entsenden. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung die Taliban einerseits wegen deren Menschenrechtsverletzungen – insbesondere was Frauen betrifft – nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht. Dazu zählt die Erlaubnis zur Entsendung einzelner Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland, an denen zuvor ausschließlich Diplomaten gearbeitet hatten, die noch von der Vorgängerregierung dorthin entsandt worden waren. Dobrindt hatte am Freitag eine Ausweitung der Abschiebepraxis nach Afghanistan gegen Kritik verteidigt. „Wer ein Asylverfahren negativ durchlaufen hat, verpflichtend ausreisepflichtig ist, der muss natürlich auch damit rechnen, dass diese Ausreise dann auch erwirkt wird, wenn sie nicht freiwillig vollzogen wird“, sagte der CSU-Politiker. Schwere humanitäre Krise in Afghanistan Afghanistan durchläuft derzeit eine schwere humanitäre Krise. Mindestens 3,7 Millionen Kleinkinder und 1,2 Millionen schwangere oder stillende Mütter gelten als akut mangelernährt. In fast allen Provinzen des Landes sehen Experten kritischen Hunger. Jahrelange Dürren und Erdbeben verschärfen die Situation. Zudem erschwert massive Immigration die Lage: Allein aus den Nachbarländern Iran und Pakistan sind seit Sommer 2021 nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) insgesamt knapp 3,9 Millionen Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt. Mehr als 90 Prozent der Rückkehrer leben nach Angaben des UNHCR von weniger als 5 US-Dollar am Tag.

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