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Samstag, 15. August 2026
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SPD-Parteispitze: Es rumort in der SPD. Schon seit Wochen. Droht ein Umsturz?

Medienspektrum

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13. August
Die Zeit (Politik)

SPD-Parteispitze: Es rumort in der SPD. Schon seit Wochen. Droht ein Umsturz?

SPD-Parteispitze: Es rumort in der SPD. Schon seit Wochen. Droht ein Umsturz? Die innerparteiliche Kritik an den beiden Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas hat ein neues Level erreicht. In der Partei kursieren zwei Szenarien für den Herbst. In der SPD knirscht es gewaltig. Auslöser ist vor allem die Rentenreform der Bundesregierung, die in der Partei als sozialdemokratischer Sündenfall gelesen wird und den Doppelrollen von Lars Klingbeil und Bärbel Bas als Regierungsmanager und Parteichefs ein toxisches Branding verpasst hat. Während Landesverbände, Arbeitsgemeinschaften und Jusos mit Briefen, Interviews und der Forderung nach einem Sonderparteitag den Druck hochfahren, bremsen Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt, Berlin und Nordrhein-Westfalen noch – nicht aus Liebe zur Harmonie, sondern weil mitten im Campaign-Mode offene Personalshows als Eigentor wirken. Hinter dem Mantra „Inhalte vor Personen“ läuft dennoch längst ein Machtpodcast in Dauerschleife: Schlechte Wahlergebnisse oder weiteres Ignorieren der Kritiker könnten Bas und Klingbeil rasch aus dem Amt spülen, bessere Resultate ihnen dagegen eine Galgenfrist bis zum regulären Parteitag 2027 verschaffen. So steht die SPD vor einer klassischen Catch-22 der Gegenwartspolitik: Sie will an der Haustür Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, während in Berlin genau jene Beschlüsse nachhallen, die ihr Profil ausfransen lassen. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Natürlich rumort es in der SPD, schon seit Wochen. Es gibt Genossen, für die nicht weniger als die sozialdemokratische Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht, seit die Bundesregierung entschieden hat, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. Verantwortlich machen sie dafür Vizekanzler Lars Klingbeil und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die keine Kraft hätten, in der Koalition Positionen der SPD durchzusetzen. Und sie vermissen starke Parteichefs, die man bräuchte, um Druck auf den SPD-geführten Teil der Regierung auszuüben. Denn die amtierenden Parteichefs – das sind nun mal Bas und Klingbeil selbst.

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11. August
Handelsblatt

SPD: „Ein Sturm wird die Parteispitze hinwegfegen“: Steht die SPD vor einer Revolte?

Der Rückhalt bröckelt – steht die SPD vor einer Revolte? Berlin. Die Heimkehr aus dem Urlaub dürfte sich Lars Klingbeil (SPD) entspannter vorgestellt haben. Kaum zurück, beschuldigte die Union den Finanzminister, bei der Steuerreform zu tricksen. Und auch in den eigenen Reihen stieß Klingbeil als SPD-Vorsitzender sofort auf Kritik. Die Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“ in der SPD forderte am Montag einen Sonderparteitag im Herbst, um die Parteispitze neu aufzustellen. „Es gibt in der Bevölkerung eine massive Irritation hinsichtlich der Sozialdemokratie in unserem Land“, sagten die beiden AG-Vorsitzenden, Mehria Ashuftah und Orkan Özdemir, dem „Spiegel“ Bereits zuvor waren Brandbriefe der SPD Groß-Gerau und der SPD Bielefeld bekannt geworden. In beiden wird scharfe Kritik an der Parteiführung geübt. „Die Wut wächst, der Unmut steigt“, schreiben die Genossen aus Groß-Gerau mit Blick auf die Sozialreformen. Die Bielefelder SPD fordert von Klingbeil und seiner Co-Chefin Bärbel Bas, Parteivorsitz und Ministerämter voneinander zu trennen. Noch ist es nur die dritte oder vierte Reihe, die rebelliert. Doch die steigende Zahl von Brandbriefen zeigt: Es brodelt in der SPD. „So kann es nicht weitergehen“, ist ein Satz, der in der Partei derzeit häufig fällt. „Die Stimmung ist beschissen“, klagt ein Wahlkämpfer. Und die Verantwortung dafür sehen viele bei Bas und Klingbeil. „Viele haben mit der Parteispitze abgeschlossen“, sagt ein Genosse. Schon Ende nächsten Monats könnten Klingbeil und Bas ihre Jobs los sein, wenn die drei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schiefgehen sollten. „Dann wird ein Sturm über die SPD hereinbrechen, der die Parteispitze hinwegfegen wird“, sagt ein Sozialdemokrat. Es kann aber auch sein, dass Klingbeil und Bas auch diesen Sturm überstehen. Die Lage der SPD vor den Landtagswahlen lässt sich ohne Übertreibung als dramatisch beschreiben. In Sachsen-Anhalt könnte die SPD das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik aus einem Landtag fliegen, in Umfragen steht sie bei sechs Prozent. In Berlin liegt die SPD trotz Selbstdemontage der Berliner CDU nur auf Platz fünf. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an die 30 Prozent herangepirscht, liegt aber noch hinter der AfD. Die Wahlkämpfer schieben die Schuld für die mauen Umfragewerte auf den Bund. Dort steht die SPD seit Monaten bei nur zwölf bis 13 Prozent. Sich von diesen Umfragewerten abzusetzen, ist für die SPD-Wahlkämpfer im Osten nahezu unmöglich. Doch anstatt alles Erdenkliche in Bewegung zu setzen, um die einstige Volkspartei wiederzubeleben, glänzten die beiden Parteivorsitzenden mit Ideenlosigkeit und Abwesenheit, klagen SPD-Politiker. An der Erstellung des neuen Grundsatzprogramms beteiligten sich Bas und Klingbeil kaum. Die Debatten um das neue Programm, wenn sie denn stattfinden, werden von vielen als langweilig empfunden. Ein Plan, wie die SPD wieder aus der Krise komme, sei nicht in Sicht, kritisieren mehrere hochrangige Parteimitglieder. Besonders Bas sei „blank“, wenn es um die Zukunft der Sozialdemokraten gehe, sagt ein SPD-Politiker. Der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir ließ schon vor Wochen auf Instagram seinem Frust freien Lauf. „Auf einem Sonderparteitag müssen wir über die Richtungsentscheidung reden, welche SPD wir wollen“, schrieb er. „Eine SPD, die von Funktionären und Führungspersonal ‚geführt‘ wird, die zuerst daran denken, das bisschen, was von dieser Partei übrig ist, in Regierungsverantwortung zu pressen und dann im Dienstwagen Platz zu nehmen, ist falsch“, so Özdemir. Im Umfeld von Klingbeil wird die Kritik zurückgewiesen. Bas und Klingbeil beteiligten sich maßgeblich am Grundsatzprogramm-Prozess. Mit seiner Grundsatzrede bei der Bertelsmann-Stiftung im März habe Klingbeil zudem einen Aufschlag für eine moderne sozialdemokratische Politik gemacht. Auch die Doppelfunktion aus Parteivorsitz und Ministeramt ergebe Sinn. Ein SPD-Parteichef müsse sich doch auch mit Themen wie Rente und Finanzen beschäftigen, weil er im Koalitionsausschuss sitze. Zugleich habe sich die Koalition auf ein Reformpaket verständigt, das das Land nach vorn bringe. Dabei habe man natürlich Kompromisse machen müssen, aber auch viel für die SPD herausholen können. Doch gerade die Reformen wie die Abwicklung der „Rente mit 63“ empfinden die SPD-Wahlkämpfer eher als Störmanöver. Schwesig kündigte im Falle einer Wiederwahl ein Veto gegen die Rentenreform im Bundesrat an und versucht sich auch sonst im Wahlkampf von der Bundes-SPD möglichst abzugrenzen. Auf ihren ersten Plakaten findet sich nicht einmal ein SPD-Logo. Auch in Sachsen-Anhalt ist eine Distanz zur Bundes-SPD spürbar. Als SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf vergangene Woche im Land unterwegs war, absolvierte er nicht einen einzigen mit dem Spitzenkandidaten Armin Willingmann. Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach wiederum ist über den Vorstoß der Bundesregierung verstimmt, Enteignungen zu verbieten. Damit habe die Koalition die Idee der Berliner Linken erst wieder groß gemacht. SPD-NRW-Spitzenkandidat Jochen Ott wiederum mahnt ein neues Erscheinungsbild an, die Bundesregierung brauche dringend „eine Erzählung“. Ein Beispiel könne die britische Labour-Partei unter dem neuen Premierminister Andy Burnham sein. In der SPD-Spitze will man die Kritik und die Brandbriefe nicht zu hoch hängen, offizielle Anfragen werden unbeantwortet gelassen. Doch dass Unterbezirke, Arbeitsgemeinschaften und Abgeordnete vor den Landtagswahlen Personaldebatten anzettelten, sei bei allem verständlichen Frust eine ganz schlechte Idee, sagt eine Führungskraft. Damit schade sich die SPD nur selbst. Die Frage ist ohnehin, wer Bas und Klingbeil nachfolgen könnte. Den oder die logischen Nachfolgekandidaten gibt es nicht. Genannt werden etwa Hubertus Heil und Alexander Schweitzer. Einen Neuanfang verkörpern beide nicht. Schweitzer gilt in der Partei als Führungsreserve, käme aber mit dem Makel des Wahlverlierers aus Mainz nach Berlin. Heil gilt seit seiner Zeit als Arbeitsminister als einer der besten Verhandler der Partei, ist flügelübergreifend beliebt. Dass er die SPD mit neuen Ideen nach vorn bringen kann, glaubt aber auch kaum jemand. Er käme bei einer Neuaufstellung der Partei eher als Fraktionschef infrage, heißt es. Verteidigungsminister Boris Pistorius führt zwar alle Popularitätsrankings an, verfügt aber über keine eigenen Truppen in der SPD. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass Pistorius aus purer Not ins Amt gedrängt wird. Bei den Frauen ist die Auswahl nicht viel größer. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger schließt eine Übernahme des Parteivorsitzes aus. Sie will sich nicht wie frühere Ministerpräsidenten in Berlin verheizen lassen. Verwandte Themen Als Zünglein an der Waage gilt daher Manuela Schwesig, die aus ihrem Ehrgeiz kein Geheimnis macht und sich jedes Amt zutrauen soll. Sollte sie in Mecklenburg-Vorpommern die AfD bezwingen, „wäre sie in einer Position, in der sie Bas und Klingbeil aus dem Amt drängen und mit der unseligen Doppelspitze Schluss machen könnte“, heißt es in der SPD. Allerdings gibt es auch bei Schwesig parteiintern Zweifel, ob sie im Westen und Süden der Republik ankommen würde. Es könnte aber ohnehin auch alles anders kommen. Wenn die SPD den Einzug in den Landtag in Sachsen-Anhalt schafft, Schwesig eine Regierungsmehrheit erreicht, aber hinter der AfD landet, gibt es keinen Grund, Bas und Klingbeil abzulösen. Und wohl auch niemanden, der das einfach so könnte. Zumal sich bei einem Abgang von Bas und Klingbeil auch die Frage stellen würde, ob beide Minister bleiben könnten, was wiederum die Koalition ins Wanken bringen könnte. Und daran kann die SPD angesichts der aktuellen Umfragen kein Interesse haben.

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11. August
Neues Deutschland

AG Migration und Vielfalt | SPD-Basis verlangt Absetzung von Parteiführung

- Politik - AG Migration und Vielfalt SPD-Basis verlangt Absetzung von Parteiführung Nach Protesten aus Hessen und NRW fordert die Bundes-AG Migration und Vielfalt einen Sonderparteitag. Im Zentrum steht die Neuwahl der Parteispitze. In der SPD wächst der Unmut über die Parteiführung. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt fordert einen außerordentlichen Parteitag noch in diesem Herbst. Dort soll die Parteispitze neu gewählt werden. Der Vorstoß folgt auf Kritik aus Hessen und Nordrhein-Westfalen. Im Zentrum steht zunehmend die Frage, ob Bärbel Bas und Lars Klingbeil gleichzeitig Parteivorsitzende und Regierungsmitglieder sein können – und ob die SPD in der schwarz-roten Koalition noch ein eigenes politisches Profil erkennen lässt. »Es gibt in der Bevölkerung eine massive Irritation hinsichtlich der Sozialdemokratie in unserem Land«, erklärten die AG-Vorsitzenden Mehria Ashuftah und Orkan Özdemir dem »Spiegel«. Die SPD werde nicht mehr ausreichend als politische Alternative wahrgenommen. Özdemir, der bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September kandidiert, sieht die Partei in einer existenziellen Krise. Ein Sonderparteitag solle über die politische Ausrichtung beraten und einen offenen Wettbewerb um die Parteiführung ermöglichen. Auch eine Mitgliederbefragung sei denkbar. Der Vorstoß richtet sich primär gegen die Doppelrolle von Bas und Klingbeil. Beide führen die SPD und gehören zugleich dem Bundeskabinett an: Bas als Arbeitsministerin, Klingbeil als Finanzminister und Vizekanzler. Nach Ansicht der Kritiker*innen bleibt ihnen dadurch zu wenig Zeit für die Parteiarbeit. Zugleich sei es schwierig, wenn Parteivorsitzende gegenüber einer Regierung kritisch auftreten müssten, der sie selbst angehören. Die Forderung nach einer Trennung der Ämter kommt nicht zum ersten Mal. Ende Juli forderte bereits der SPD-Unterbezirksvorstand Bielefeld Bas und Klingbeil auf, sich zwischen Parteivorsitz und Ministeramt zu entscheiden. Parteivorsitz und Regierungsamt verlangten unterschiedliche Rollen, hieß es dort. Eine glaubwürdige Erneuerung der SPD setze deshalb voraus, beide Funktionen wieder klar zu trennen. Der Bielefelder Vorstoß war zugleich eine grundsätzliche Abrechnung mit dem Zustand der Partei. Die Basis kritisierte mehrere politische Entscheidungen der vergangenen Monate als sozial unausgewogen und innerparteilich nicht ausreichend legitimiert. Genannt wurden unter anderem Veränderungen im Gesundheitsbereich. Die Parteiführung müsse Rechenschaft über wichtige Entscheidungen und deren Vorbereitung ablegen. Aus Sicht des Unterbezirks hat sich die Distanz zwischen Parteiführung und Basis vergrößert. Auch in Hessen ist der Konflikt inzwischen offen ausgebrochen. Sieben Arbeitsgemeinschaften der Landes-SPD, darunter Jusos, SPD Frauen, AG 60 plus und SPD Queer, wandten sich in einem offenen Brief gegen den Reformkurs der Bundesregierung. Die Beteiligung der SPD an den Vorhaben der schwarz-roten Koalition schade der Glaubwürdigkeit der Partei und könne Wähler*innen enttäuschen. Gefordert wird eine Kurskorrektur hin zu klassischen sozialdemokratischen Themen. Noch weiter geht der SPD-Unterbezirk Groß-Gerau. In einem Brandbrief wird die Bundesregierung wegen ihrer Reformpläne kritisiert. Die SPD dürfe nicht lediglich Sozialabbau verwalten, sondern müsse wieder stärker eigene politische Ziele setzen. Zugleich fordert der Unterbezirk eine stärkere Beteiligung der Basis. Über Spitzenkandidaturen bei Bundes- und Landtagswahlen sowie über die Besetzung der Parteiführung soll nach dieser Vorstellung künftig die Mitgliedschaft entscheiden. Die Kritik entzündet sich vor allem an sozialpolitischen Vorhaben der Koalition wie der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Hinzu kommt die Meuterei der Ost-CDU-Verbände gegen das Ende der Rente mit 63, der sich teilweise auch SPD-Ministerpräsidenten angeschlossen haben und nun das ausgehandelte Rentenpaket infrage stellen. Dass der Widerspruch von Aufständischen der Union kam und nicht von der SPD selbst, die in diesem Fall abermals mehr Disziplin bewies als die Konservativen und entgegen ihrer eigenen Standpunkte für härtere Einschnitte bereit waren, lässt sie SPD nicht gut dastehen. Die Basis fragt sich, ob jetzt die konservativen CDU-Verbände in Ostdeutschland sozialere Politik machen als die SPD. Zumindest muss sie sich die Frage stellen lassen, ob sie wirklich bestmöglich verhandelt haben, da mit genug Drama und Fußaufstampfen doch noch Spielraum im Reformvorhaben zu sein scheint. Gibt die SPD zu leichtfertig nach? Juso-Chef Philipp Türmer erklärte Mitte Juli bereits: »Die Stimmung in der SPD ist am Boden.« Kritik auch aus NRW Aus Nordrhein-Westfalen kommt deshalb die Forderung nach einer klareren politischen Erzählung. Jochen Ott, SPD-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2027, fordert, die Partei müsse stärker vermitteln, wofür sie in der Bundesregierung stehe. Berufstätige und ihre Familien müssten konkrete Verbesserungen im Alltag erleben. Als mögliches Vorbild nennt Ott die britische Labour-Partei. Einer öffentlichen Personaldebatte erteilt Ott dagegen eine Absage. Interne Auseinandersetzungen seien notwendig, sollten aber nicht öffentlich ausgetragen werden. Auch der hessische SPD-Landeschef Sören Bartol versucht, den Konflikt in seinem Landesverband einzuhegen. Innerparteiliche Diskussionen gehörten zur SPD, erklärte er, zugleich müsse die Partei angesichts der politischen Herausforderungen kompromissfähig bleiben. Zusätzliche Brisanz erhält die Auseinandersetzung durch die künftigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Sachsen-Anhalt liegt die SPD laut den vorliegenden Umfragen bei rund fünf Prozent und muss um den Einzug in den Landtag bangen. In Berlin liegt sie ebenfalls deutlich zurück. In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein enges Rennen zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD ab. Schwesig setzt im Wahlkampf bereits deutlich auf Eigenständigkeit gegenüber der Bundespartei. Sollte die SPD bei den Wahlen schlecht abschneiden, dürfte der Druck auf Bas und Klingbeil weiter steigen. In Parteikreisen werden bereits mögliche Alternativen diskutiert, darunter Schwesig, der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. Auch der Name des früheren Generalsekretärs Kevin Kühnert fällt, obwohl dieser eine Rückkehr in die Politik bislang ausgeschlossen hat. Ausgang bleibt offen Ob es tatsächlich zu einem Sonderparteitag kommt, ist offen. Nach dem SPD-Statut kann ihn der Parteivorstand einberufen. Alternativ müssen mindestens zwei Fünftel der Bezirksverbände einen solchen Parteitag verlangen. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt hat damit zunächst vor allem ein politisches Signal gesetzt, dessen Ko-Vorsitzende Orkan Özdemir sich derweil ebenfalls im Berliner Wahlkampf ums Abgeordnetenhaus befindet. Gelegentliche Kritik in der SPD vom linken Flügel und den Jusos ist nichts Neues und blieb bisher vollkommen irrelevant. Noch vor eineinhalb Monaten äußerten sich fünf Bundestagsabgeordnete der SPD und Mitglieder des linken Flügels Forum Demokratische Linke 21 in einem Papier kritisch zur neoliberalen Kürzungspolitik bei den Reformvorhaben der Regierung. Auch Juso-Chef Türmer kritisiert seit Anfang des Jahres die Doppelrolle von Bas und Klingbeil und initiierte im Herbst letzten Jahres ein erfolgloses Mitgliederbegehren gegen Bürgergeld-Verschärfungen. Dass sich auf einen Schlag mehrere unterschiedliche Basisorganisationen, Bezirksverbände und auch eine Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene unisono so scharf äußern wie noch nie, ist neu. Ob es zu etwas führt, ist jedoch vollkommen offen. Die SPD hat einen starken Magen für Kritik der Basis. Die Kernfrage bleibt: Wie kann die SPD als Regierungspartei unter Merz harte Kürzungen durchsetzen und gleichzeitig als sozialdemokratische Partei wahrgenommen werden? Spätestens nach den Landtagswahlen im September dürfte die Frage nach der Zukunft der Parteiführung ernsthafter gestellt werden. Mit Agenturen. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. 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10. August
Die Welt (Politik)

„Führungsstruktur ist gescheitert“ – SPD-Politiker drängen auf Sonderparteitag im Herbst

„Führungsstruktur ist gescheitert“ – SPD-Politiker drängen auf Sonderparteitag im Herbst In der SPD wächst die Angst vor dem weiteren Absturz. Nun schlägt die innerparteiliche Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt Alarm. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in der SPD fordert einen Sonderparteitag im Herbst, um die Parteispitze neu aufzustellen. „Es gibt in der Bevölkerung eine massive Irritation hinsichtlich der Sozialdemokratie in unserem Land“, sagten die beiden AG-Vorsitzenden, Mehria Ashuftah und Orkan Özdemir, dem „Spiegel“. „Diese Irritation führt dazu, dass die Menschen die SPD nicht mehr als politische Option wahrnehmen, was sich in den aktuellen Umfragen erschreckend deutlich niederschlägt.“ Angesichts dieses „existenzgefährdenden Trends auf der Bundesebene ist ein Sonder-Bundesparteitag kommenden Herbst unumgänglich“, so Ashuftah und Özdemir. Ashuftah ist Abgeordnete im Hamburger Landesparlament, Özdemir sitzt für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus. Beide sehen einen Sonderparteitag als Option, um die Parteispitze um die beiden Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil neu aufzustellen. „Die aktuelle Führungsstruktur der SPD, als auch die inhaltliche Ausrichtung der Parteispitze ist offensichtlich gescheitert. Der Parteivorsitz und Regierungsamt in Personalunion ist in der aktuellen Lage der Partei keine Option mehr“, heißt es von den beiden SPD-Politikern. Immer wieder hatte es in der SPD Kritik daran gegeben, dass Bas als Arbeitsministerin und Klingbeil als Finanzminister nicht genug Raum bleibe, sich um die Partei zu kümmern. In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap erreicht die SPD bundesweit nur noch 12 Prozent – und liegt damit drei Punkte hinter den Grünen. Auch in den Ländern steht die Partei vergleichsweise schwach da. In Berlin kommt sie laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey auf ebenfalls 12 Prozent. Nur knapp über der Fünfprozenthürde liegt sie in Sachsen-Anhalt, wo in vier Wochen ein neuer Landtag gewählt wird. „Nun geht es darum, die Sozialdemokratie zu retten. Es geht nicht mehr um das Schicksal einzelner Akteure in der SPD“, erklären Özdemir und Ashuftah. „Wir rufen die Landesverbände und den Parteivorstand auf, einen außerordentlichen Parteitag im Herbst 2026 zu initiieren.“

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10. August
Die Zeit (Politik)

SPD-Parteitag: SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze

SPD-Parteitag: SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze Noch in diesem Jahr brauche es einen Wechsel an der Parteispitze, sagen die Vorsitzenden einer SPD-Arbeitsgemeinschaft. Die jetzige Führung sei gescheitert. In der SPD rumort es gewaltig. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt verlangt einen Sonderparteitag noch im Herbst 2026, weil die Partei aus ihrer Sicht in der öffentlichen Wahrnehmung wie ein Sender ohne Frequenz wirkt: massiv irritierend, kaum noch wählbar, politisch existenzgefährdet. Konkret attackieren Mehria Ashuftah und Orkan Özdemir die Doppelrolle von Bärbel Bas und Lars Klingbeil, deren Mix aus Parteichef-Job und Ministeramt als gescheitertes Führungsmodell gebrandmarkt wird – ein klassischer Fall von zu viel Regierungsbetrieb, zu wenig Parteibasis. Die Kritik kommt nicht aus dem Off, sondern reiht sich in einen länger laufenden innerparteilichen Backlash ein, den zuletzt auch der Unterbezirk Bielefeld befeuerte, als er Bas und Klingbeil zur Entscheidung zwischen Kabinett und Parteizentrale drängte. Als möglicher Slot für den Krisengipfel gilt die Zeit nach den Landtagswahlen Ende September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin – also genau dann, wenn die SPD erneut vor der Frage steht, ob sie ihr Narrativ rebootet oder weiter im eigenen Funkloch sendet. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Wir entwickeln dieses Angebot stetig weiter und freuen uns über Ihr Feedback. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in der SPD fordert einen Sonderparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze noch in diesem Herbst. »Es gibt in der Bevölkerung eine massive Irritation hinsichtlich der Sozialdemokratie in unserem Land«, sagten die AG-Vorsitzenden Mehria Ashuftah und Orkan Özdemir dem Spiegel. Die Menschen sähen die SPD nicht mehr als politische Option, das sei existenzgefährdend für die Partei, sagten Ashuftah und Özdemir. »Wir rufen die Landesverbände und den Parteivorstand auf, einen außerordentlichen Parteitag im Herbst 2026 zu initiieren.« Die derzeitige SPD-Führungsstruktur mit den Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil, die zugleich Ministerämter bekleiden, sei »offensichtlich gescheitert«. Parteivorsitz und Regierungsamt in Personalunion seien in der aktuellen Lage der Partei keine Option mehr, sagten die AG-Vorsitzenden. Bereits in den vergangenen Monaten war wiederholt kritisiert worden, dass Bas und Klingbeil wegen ihrer Regierungsämter nicht genügend Zeit für die Parteiarbeit hätten. Unter anderem forderte der SPD-Unterbezirk Bielefeld die beiden Parteivorsitzenden offen auf, sich zwischen dem SPD-Vorsitz und ihren Ministerämtern zu entscheiden. Ein möglicher Termin für einen Sonderparteitag wäre nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Ende September.

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