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Dienstag, 24. März 2026
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Kommentar: Die Mitversicherung für Ehepartner ist aus der Zeit gefallen

Medienspektrum

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24. März
Der Spiegel (Wirtschaft)

Krankenkassen: Aus für kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern?

Gesundheitspläne Aus für kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern? Wirbel um Reformidee »Ergebnisse abwarten«: Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Christos Pantazis hat dem SPIEGEL eine Einigung über das Aus der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nicht bestätigt. Isoliert sei die Idee ein Risiko, sagte Pantazis. Grundsätzlich lehnt er die Sparidee offenbar aber nicht ab, es sei jedoch wenig zielführend, »jeden Tag neue Einzelmaßnahmen zu diskutieren«. Das »Handelsblatt« hatte berichtet , die Bundesregierung spreche über ein Aus der kostenlosen Mitversicherung. Bislang gilt: Ist ein Partner sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ist der nicht oder nur geringfügig erwerbstätige Ehepartner beitragsfrei in der Kranken- und Pflegekasse mitversichert. Ein enormer Vorteil im Vergleich zur privaten Krankenversicherung, in der auch verheiratete Hausmänner und -frauen Beiträge zahlen müssen. Künftig könnte demnach, so die Idee, für bisher Mitversicherte ein Mindestsatz von etwa 225 Euro im Monat fällig werden. Ausnahmen soll es aber laut »Handelsblatt« für Menschen mit Kindern unter sechs Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen geben. Diese sollen demnach weiter beitragsfrei mitversichert bleiben. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) äußerte sich nicht zu dem Bericht. Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich bei den gesetzlichen Krankenkassen. Ein Expertengremium, das Warken eingesetzt hat, soll in der kommenden Woche Vorschläge zur Stabilisierung vorlegen. Konkrete Reformvorschläge sollen bis Ende des Jahres folgen. Es werde »ein ausgewogenes Gesamtpaket präsentiert«, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Ihr Ministerium erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, Warken wolle die Ergebnisse der Kommission abwarten. »Einzelne Berichte werden bis dahin wie gehabt nicht kommentiert.« Dies beinhalte »auch Mutmaßungen und verschiedene Berechnungen, die in den Raum gestellt werden«, hieß es aus Warkens Ressort. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte die Reformidee jedoch bereits als »Frontalangriff auf Familien«. Das Vorhaben gehe »wieder zulasten der Frauen, die wegen Kindererziehung und Pflege in Teilzeit arbeiten oder ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und deshalb auf die Mitversicherung angewiesen sind«, sagt DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Die Abschaffung der Mitversicherung wäre demnach »ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die unbezahlte Care-Arbeit leisten«. Die Mitversicherung sei »ein Kernelement unseres solidarischen Gesundheitssystems«, sagte Piel. »Offenbar soll ausschließlich auf dem Rücken der Beschäftigten gespart werden, solange die Koalition gleichzeitig große Vermögen verschont und sich vor Strukturreformen drückt.« Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) teilt mit, es gebe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Es brauche ein umfassendes Paket an Struktur- und Sparmaßnahmen, heißt es von einem Sprecher. Krankenhäuser ächzen, Versicherungen werden immer teurer: Es knarzt im Gesundheitssystem. Im Interview sagt Ministerin Nina Warken, welche Härten kommen – und warum die Menschen seltener zum Arzt gehen sollen. Lesen Sie hier: »Ich möchte keinen Beliebtheitspreis gewinnen«

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24. März
Handelsblatt

Gesundheit: Ende der Mitversicherung löst Probleme der Krankenkassen nicht – und könnte sogar mehr Bürokratie bringen

Gesundheit: Ende der Mitversicherung löst Probleme der Krankenkassen nicht Berlin. Die Krankenkassen sehen in den neuesten Sparplänen der Bundesregierung nicht die Lösung für ihr Problem. Wie das Handelsblatt aus Koalitionskreisen erfuhr, soll die Mitversicherung für Ehepartner offenbar abgeschafft werden. Ausgenommen davon wären Personen mit Kindern unter sechs Jahren sowie diejenigen, die Angehörige pflegen. Bisher sind Ehepartner beitragsfrei mitversichert, wenn sie nichts oder nur wenig verdienen – derzeit liegt die Grenze zwischen 500 und 600 Euro im Monat. Wer weniger verdient, muss keine Krankenkassenbeiträge zahlen. Die Kosten tragen alle Versicherten gemeinsam. Zwar rechnen Koalitionskreise mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe eines einstelligen Milliardenbetrags, wenn bisher mitversicherte Partner künftig selbst Beiträge zahlen. Allerdings dürfte das nicht ausreichen, um die finanzielle Lage der Krankenkassen zu entspannen. Die eigentlichen Probleme liegen den Kassenchefs zufolge an anderer Stelle. Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, will sich zu einzelnen Sparmaßnahmen noch nicht äußern und stattdessen auf die Ergebnisse der Finanzkommission warten, die sie in der kommenden Woche vorstellen will. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, daraus ein Sparpaket zu entwickeln und bis zum Frühjahr auf den Weg zu bringen. Große Reformvorhaben sollen später folgen. Blatt mahnt an, „dass die Krankenkassen nicht zu wenig einnehmen, sondern dass die Ausgaben zu hoch sind“. Seit einigen Jahren setzt sich der Trend fort: Die Leistungsausgaben der Kranken- und Pflegekassen steigen deutlich schneller als ihre Einnahmen. Experten zufolge könnte das Defizit im kommenden Jahr bei 15 Milliarden Euro liegen und bis zum Ende der Legislaturperiode auf mindestens das Dreifache anwachsen. GKV-Chef Blatt zufolge brauche es nun „Strukturreformen, die die extreme Ausgabendynamik der letzten Jahre stoppen“. » Lesen Sie auch: Die Mitversicherung für Ehepartner ist aus der Zeit gefallen Auch Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, vertritt diese Auffassung. Einzelne Maßnahmen wie die Abschaffung der Mitversicherung könnten finanziell nur einen begrenzten Beitrag leisten. „Wenn man die Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung bis zum Ende der Wahlperiode stabil halten will, braucht es ein Konsolidierungsvolumen von insgesamt 50 Milliarden Euro“, sagt er. Davon müssten laut Storm rund 35 Milliarden Euro im Bereich der Krankenkassen zusätzlich eingenommen oder eingespart werden, weitere 15 Milliarden Euro entfielen auf die Pflegeversicherung. Aus seiner Sicht kann ein Sparpaket nur dann wirksam sein, wenn die gesamte Wahlperiode betrachtet wird. „Nur so wird sichtbar, wie hoch der tatsächliche finanzielle Anpassungsbedarf ist“, betont er. Leistungsausgaben steigen rasant Seit dem Jahr 2023 sind die Leistungsausgaben der Krankenkassen nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums jährlich um rund sechs bis acht Prozent gestiegen. Es sei sinnvoll, nicht nur einzelne Maßnahmen zu beschließen, sondern zeitnah ein Gesamtpaket für beide Systeme vorzulegen, sagt Storm. Entscheidend werde aus seiner Sicht sein, welche Eckpunkte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Ende April festlegt, wenn er den Bundeshaushalt plant. „Dann wird sich zeigen, woher das Geld letztlich kommt: aus Zuschüssen, Beitragssätzen, Ausgabenbegrenzungen oder Strukturreformen“, sagt Storm. Mehr Verwaltungsaufwand Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen, stellt den Effekt der geplanten Streichung der Mitversicherung von Ehepartnern ebenfalls infrage. Sie sieht aber noch ein anderes Problem: „Diese Regelung führt zu einem hohen Verwaltungsaufwand für die Krankenkassen“, sagt sie. So müssten etwa Altersdaten der Kinder erhoben, regelmäßig überprüft und Beiträge neu berechnet werden. „Die Krankenkassen wissen auch nicht unmittelbar, ob eine Person Angehörige pflegt, weil uns diese Daten nicht automatisch vorliegen“, sagt Elsner. Auch Statusänderungen würden nicht immer direkt erfasst, etwa wenn eine pflegebedürftige Person in ein Pflegeheim zieht oder verstirbt. „Die Herausforderung werden also zahlreiche kleine Statuswechsel in schwer überprüfbaren und sich ständig verändernden Lebenssituationen sein“, erklärt Elsner. Daten der Krankenkassen zeigten außerdem, dass immer mehr Ehepartner in Teilzeitjobs arbeiten. „Der Anteil der beitragsfreien Mitversicherten ist in den letzten zehn Jahren um die Hälfte geschrumpft. Darin zeigten sich bereits gesellschaftliche Veränderungen“, sagt Elsner. Ökonomen wie Martin Albrecht, Geschäftsführer Gesundheitspolitik des Beratungsinstituts Iges, gehen zudem davon aus, dass so der Wettbewerb mit den privaten Krankenversicherungen härter wird. Familien mit höherem Einkommen könnten sich dann künftig privat versichern, wodurch den Krankenkassen Einnahmen verloren gehen könnten.

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